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20.08.2015

16:00 Uhr

Der Anlagestratege

Ideologische Scheuklappen ablegen

VonChristoph Bruns

Die Nettovermögen in Deutschland schrumpfen. Vielleicht ist das ein Weckruf für Politik und Gewerkschaften, endlich für Aktien und Aktienfonds zu trommeln. Raus aus der Schuldenwelt, hinein in die Eigenkapitalwelt!

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Wenn Studien zur Vermögensentwicklung in der Öffentlichkeit erscheinen, dann ist man in Deutschland regelmäßig ernüchtert über die mageren Befunde, die solche Analysen in aller Regel zutage fördern. Man denke etwa an die diesbezüglichen Veröffentlichungen der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank, die den Deutschen ein sehr unterdurchschnittliches Nettovermögen im Vergleich mit anderen europäischen Ländern bescheinigten.

Dem politisch gerne gepflegten Selbstbild des Exportweltmeisters und Wirtschafsprimus in Europa laufen solche Studienergebnisse diametral entgegen. In dieser Woche legte nun das DIW eine neue Vermögensstudie vor, die im Auftrag der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung erstellt wurde. Ergebnis: Angesichts unkluger Geldanlagetradition, permanent vorhandener Geldentwertung und schwacher Immobilienpreisentwicklungen außerhalb einiger großer Städte sind die Nettovermögen seit 2003 im Schnitt um 20.000 Euro gesunken.

Im Kern laufen die genannten Studien trotz unterschiedlicher Methodik in der Bewertung von Immobilienvermögen in sehr konsistenter Weise stets darauf hinaus, dass es weiten Teilen der deutschen Bevölkerung an Grundkenntnissen in der Geldanlage fehlt und deshalb viel zu schwach rentierlich angelegt wird. Das ist auch kein Wunder, denn in den Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen des Landes wird dem Thema kaum Beachtung geschenkt. Man tut mitunter geradezu so, als wäre Geld anrüchig und wirtschaftliche Betätigung suspekt.

Wichtig an der genannten Studie des DIW ist in meinen Augen die gewerkschaftliche Sicht auf die Vermögensentwicklung. In den vergangenen Jahrzenten konnte man die Gewerkschaften nicht auf der Seite derer verorten, die eine Vermögensbildung der breiten Bevölkerung durch die Beteiligung an der Wirtschaft qua Aktienanlage für sinnvoll hielten. Ebenso wenig konnte man von gewerkschaftlicher Seite Kritik an dem schuldenbasierten Wachstums- und Sparmodell der Bundesrepublik vernehmen.

Kommentare (1)

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Herr Jens Großer

20.08.2015, 16:18 Uhr

"und die einstigen Hoffnungsträger der AfD sich zu einer völkischen Ostpartei gewandelt haben."

Völkische Ostpartei? Wo bin ich hier? Bei der taz?!

Man glaubt nicht, was für einen Mist man mittlerweile zu lesen bekommt. Leider auch immer mehr im Handelsblatt!

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