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14.11.2013

13:52 Uhr

Der Anlagestratege

Kein Umverteilen und Ausruhen, bitte!

VonChristoph Bruns

Wirtschaftsweise warnen die künftige Regierung bereits vor allzu großen staatlichen Wohltaten. Das ist richtig, denn ein Umverteilen wäre unverantwortlich, es gibt viel Handlungsbedarf, etwa wegen des Fachkräftemangels.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die fünf Wirtschaftsweisen haben die kommende Bundesregierung vor einem sich in den Koalitionsverhandlungen abzeichnenden „Umverteilen und Ausruhen“ gewarnt. In der Tat ist die Situation verführerisch. Deutschland steht im Vergleich zu anderen Ländern mit seinen Kennzahlen aus den Bereichen Wachstum, Haushalt, Verschuldung, Zinslast und Beschäftigung geradezu glänzend da, jedenfalls bei relativer Betrachtung. Warum, so werden sich die derzeit in Berlin Verhandelnden denken, sollen wir nicht das Füllhorn zusätzlicher staatlicher Wohltaten ausschütten angesichts dieses scheinbar rosigen Befundes?

Mehr noch: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gerade erst kraftvoll bestätigt, noch auf Jahre hinaus die ihr lieb gewordene mächtige Rolle des Konjunkturstimulierers, Bankenretters und Haushaltssanierers spielen zu wollen. Mit Hilfe ihrer ultralockeren Zins- und Geldpolitik sorgt die EZB für Erleichterung bei den Zinsbudgets der Länder und auch der Unternehmen. Zudem verhindert sie, dass der Euro sich allzu sehr gegenüber den Mitbewerbern verfestigt.

Aber der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Lage hat den Grund sogleich mitgeliefert, warum ein fortgesetztes Umverteilen und Ausruhen nach bekannter bundesrepublikanischer Tradition unverantwortlich wäre. Mit dem Wort „Demographie“ lässt sich am ehesten kennzeichnen, dass die deutsche Politik jetzt klug handeln muss, um den auf das Land zukommenden Schaden zu begrenzen.

Zunächst ist dabei zu bedenken, dass Deutschland eine schrumpfende Bevölkerung und einen zunehmend überalternten Altersaufbau der Gesellschaft aufweist. Die Häufigkeit, mit der die Bürger über Altersarmut durch die Medien informiert werden, dürfte drastisch zunehmen. Dialektischerweise hat die EZB hierzu durch ihre Politik negativer Realzinsen an vorderster Stelle beigetragen. Der Großteil des deutschen Geldvermögens ist ja bekanntlich an nominale Anlageformen gekettet.

Kommentare (1)

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global

14.11.2013, 14:11 Uhr

merkwürdig: Bei ärmeren Bevölkerungsschichten ist Umverteilung unverantwortlich, bei Banken selbstverständlich richtig

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