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11.12.2014

14:48 Uhr

Der Anlagestratege

Nieder mit dem Soli!

VonChristoph Bruns

Die Steuerpolitik in Deutschland beruht auf Umverteilung. Wer gehofft hat, das die Union das ändert, dürfte spätestens nach dem Parteitag in Köln eines Besseren belehrt worden sein. Warum ist der Staat so gierig?

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die Kanzlerin hat die Katze aus dem Sack gelassen. Wie sie jüngst wissen ließ, kommt die öffentliche Hand nach ihrer Meinung auch künftig nicht ohne die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag aus. Immerhin bereitet sie damit einer erbärmlichen Diskussion um den Soli ein vorläufiges Ende.

Kein Bürger ist über diese Entwicklung überrascht. Man musste nicht Hellseher sein, um den Fortbestand dieser bei seiner Einführung sinnvollen aber zeitlich befristeten Abgabe zur Sanierung der ehemaligen DDR vorherzusehen. Möglicherweise wird der einst als temporärer Zuschlag ins Leben gerufene Soli zu einer permanenten Steuer aufgewertet.

Dem zahlenden Bürger kann es einerlei sein; Deutschland ist ohnehin ein Hochabgabenland ohne Aussicht auf substantielle Entlastung. Im Gegenteil: Mit der Investitionsabgabe und der Finanztransaktionssteuer stehen bereits neue Abgaben vor der Tür. Ärgerlich ist obendrein noch, dass im Deutschen Bundestag keine einzige Partei in der exorbitanten Abgabenbelastung der Bürger ein Problem sieht. Geschuldet ist dieses bedauerliche Phänomen der jahrelangen Sozialdemokratisierung aller im Parlament vertretenen Parteien.

Seit dem schmählichen Untergang des Kommunismus zum Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts ist – nach kurzem Triumphgebrüll in den neunziger Jahren – das gelebte Bekenntnis zu markwirtschaftlichen Prinzipien angesichts des fehlenden zentralverwaltungswirtschaftlichen Menetekels in Deutschland auf dem Rückzug.

Die Bedienung an den üppiger denn je gefüllten Staatströgen und der immer lauter werdende Ruf nach dem Staat übertönen alle marktwirtschaftliche Orientierung. Belege für diese Entwicklung findet man zuhauf, wie Bankenrettungen, Energiewende, Eurorettung, Frauenquote, Nullzinspolitik und dergleichen hinreichend andeuten.

Inhaltlich ist die Beibehaltung des Solidaritätszuschlages nicht zu rechtfertigen. Seit Jahren sprudeln in Bund und Ländern die Steuerquellen äußerst rege. Noch nie waren so viele Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie heute.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

11.12.2014, 15:30 Uhr

"Dem zahlenden Bürger kann es einerlei sein; Deutschland ist ohnehin ein Hochabgabenland ohne Aussicht auf substantielle Entlastung. Im Gegenteil: Mit der Investitionsabgabe und der Finanztransaktionssteuer stehen bereits neue Abgaben vor der Tür. Ärgerlich ist obendrein noch, dass im Deutschen Bundestag keine einzige Partei in der exorbitanten Abgabenbelastung der Bürger ein Problem sieht. Geschuldet ist dieses bedauerliche Phänomen der jahrelangen Sozialdemokratisierung aller im Parlament vertretenen Parteien."

Der letzte Satz ist falsch, es ist eindeutig der Abgabennot, den aufoktroyierten gigantischen Zahlungen nach außen in die EU, Stichwort z. B. Rettungspakete, und nach dem Gusto der USA auch in andere Länder einerseits und andererseits der gierigen Feudalkruste geschuldet. Dafür stehen alle unsere etablierten und gekauften Parteien ein! Immerhin sparen sich Konzerne bei ihren in Deutschland erwirtschafteten Gewinnen, durch Zins-, Lizenszahlungen und Patentgebühren an Tochterfirmen in Steueroasen gigantische und mindestens 100 Mrd. Euro Steuern im Jahr, bei einem angenommenen Steuersatz von 25 %.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Account gelöscht!

11.12.2014, 15:39 Uhr

Spezies ist natürlich falsch, Rasse bzw. Volkszugehörigkeit wäre richtig.

Herr Manfred Zimmer

11.12.2014, 15:57 Uhr

"Warum ist der Staat so gierig?"

Ganz einfach!
Weil verantwortungslose Politiker regieren!

Das schlimmste was einem Politiker passieren kann, ist dass er in einen hochbezahlten Lobbyisten-Job rutscht. Beispiele dafür aufzuzählen erübrigt sich m.E. zumal die Aufzählung nicht auf einzelne Parteien beschränkt ist.

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