Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.07.2014

17:19 Uhr

Der Anlagestratege

Super Mario sorgt für Renaissance der Aktie

VonChristoph Bruns

Überzeugende Argumente und unzählige Statistiken haben es nicht vermocht, EZB-Chef Mario Draghi hat es geschafft: Aktien werden beliebter. Das müssen jetzt auch noch die Investoren der Lebensversicherungen erkennen.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Wer hätte das für möglich gehalten. Mario Draghi, der italienische Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) bringt das Zeug mit, um zum Säulenheiligen und Schutzpatron der Aktieninvestoren zu werden! Was überzeugende Argumente und unzählige Statistiken nicht vermocht haben, wird von Super Mario in die Wege geleitet: Die Renaissance der Aktienanlage in Deutschland.

Man kann lamentieren, dass es besser gewesen wäre, wenn diese an sich wünschenswerte Entwicklung durch Vernunft und Einsicht zustande gekommen wäre. Aber dazu hat es eben im Volk der sich selbst Dichter und Denker Dünkenden nicht ausgereicht. Zu zahlreich sind die Hürden und Feinde, die es der Aktienanlage in Deutschland schwer machen, ihren angemessenen Platz in der Vermögensbilanz des Volkes zu finden.

Leider kommt die Entwicklung sehr spät, vielleicht zu spät, denn die Märkte für liquide Unternehmensbeteiligungen – sprich die Aktienmärkte – haben in den zurückliegenden Jahren bereits kräftig im Wert zugelegt. Der enorme Vermögensschaden, der entstanden ist, weil das Geldvermögen der Deutschen ganz überwiegend in weitgehend renditelosen Zinsanlagen gebunden ist, beläuft sich auf mehrere Hundert Milliarden Euro. Somit sind auch dem auf Steuereinnahmen sonst so erpichten deutschen Staat große Summen an Kapitalertragsteuer entgangen. Freilich handelt es sich um Opportunitätskosten, und die werden in aller Regel von den öffentlichen Entscheidern völlig ignoriert.

Um so naiver ist der aktuelle staatliche Wunsch, durch eine Transaktionssteuer auf Aktien von den dortigen Höhenflügen zu profitieren. Per Saldo ist das ein unkluges Vorgehen. Gescheiter wäre es gewesen, sich am Wertzuwachs anstatt am Handelsumsatz zu beteiligen. Insofern verhält sich der Staat wie ein Broker, der wie ein Wegelagerer die Investoren zwangsweise belastet, ohne Nutzen zu stiften und irgendein Risiko einzugehen und dadurch die Aktienkultur schwächt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×