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08.05.2014

15:19 Uhr

Der Anlagestratege

Volksvermögen und volkseigenes Vermögen

VonChristoph Bruns

Bürger müssen am Erfolg der Wirtschaft beteiligt werden. Das volkseigene Vermögen in der DDR war der falsche Weg. Was wirklich zum Ziel führt, sind Aktien – ihre Beliebtheit dürfte durch die Nullzinspolitik steigen.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt verfügt die Bundesrepublik Deutschland über ein beachtliches Volkseinkommen und -vermögen. Erwirtschaftet wurde und wird dieses Vermögen in den Unternehmen des Landes. Seit Jahrzehnten bemühe ich mich, für die Beteiligung der Bürger an der Wirtschaft in Form einer Mitinhaberschaft zu werben. Denn es fällt auf, dass die Deutschen im Vergleich zu anderen entwickelten Industrienationen nur weit unterdurchschnittlich an ihrer Wirtschaft beteiligt sind. Hierdurch erklärt sich zum Teil auch die eher unterdurchschnittliche Vermögenssituation Deutschlands gegenüber anderen Ländern.

Faszinierend ist für mich dabei der Gedanke, dass dies während der Jahre der DDR völlig anders war. Denn dort nannten sich die Unternehmen „volkseigene Betriebe“ und sie gehörten dem Staat. Der dahinter liegende Gedanke geht auf Karl Marx zurück, der im neunzehnten Jahrhundert die bislang unwiderlegte Hypothese aufstellte, dass in kapitalistischen Systemen die materiellen Vorteile überwiegend auf der Seite der Eigentümer von Produktivkapital – sprich Unternehmen – anfallen. Folglich entbehrte es nicht einer gewissen Logik, das Volk der DDR und anderer sozialistischer Staaten an den Betrieben über den Umweg Staat zu beteiligen und so zu Miteigentümern zu machen.

Aus den Geschichtsbüchern ist aber auch bekannt, dass dieser Versuch, der im Grundgedanken, nämlich das Volk an der Wirtschaft zu beteiligen, nachvollziehbar ist, völlig gescheitert ist. Vor allem fehlte neben privatem Eigentum am Produktivkapital ein geeigneter wettbewerblicher Rechtsrahmen. Und die kollektive Steuerung der volkseigenen Unternehmen durch den zentral verwaltenden Staat erwies sich als hochgradig ineffizient und unproduktiv. Noch lebhaft erinnere ich mich an den völlig maroden Zustand der meisten Ost-Unternehmen nach dem Kollaps der DDR.

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