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10.01.2013

11:45 Uhr

Der Anlagestratege

VoRWEggehen in die Insolvenz

VonChristoph Bruns

Auf ironische Weise hat sich der Werbeslogan des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks bewahrheitet. Seite an Seite mit dem Rivalen Eon taumelt RWE der Insolvenz entgegen. Für die Aktionäre sieht es schlecht aus.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Ein Marktwert von mehr als 100 Milliarden Euro ist bei RWE und Eon bereits verloren gegangen. Die Energiewende führt geradewegs in die Verstaatlichung der großindustriellen deutschen Energieversorgung.

Das Betreiben von unrentablen Kraftwerken kann privaten Unternehmen nicht dauerhaft zugemutet werden und widerspricht dem Eigentumsrecht des Grundgesetzes. Über kurz oder lang wird daher der Staat die bestehenden Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke übernehmen und betreiben müssen.

Es gibt keinen funktionierenden Energiemarkt in Deutschland mehr. Die jahrelangen staatlichen Eingriffe sind so erheblich, dass sinnvolle Kapitalallokationen seitens privater Großunternehmen nicht mehr möglich sind. Die Preise für Strom hängen im Wesentlichen an der staatlichen Förderpolitik, die ihrerseits unbeständig und unberechenbar ist.

Immerhin ist die Richtung der deutschen Energiepolitik klar vorgezeichnet. Alle Parteien im deutschen Bundestag wünschen eine Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie sowie Biomasse. Von Nukleartechnik oder fossilen Brennstofftechniken will man nichts mehr wissen.

In der Berliner Politik beeindruckt es niemanden, dass das deutsche Energie-Experiment weltweit nur wenig Nachahmer gefunden hat. Ausgestattet mit dem selbsterteilten Auftrag, das Weltklima abzukühlen, marschiert die Regierung stramm voraus. Auch der Hinweis auf die Affekthandlung der Kanzlerin im Gefolge des Fukushima-Unfalls lässt die Verantwortlichen kalt.

Dabei übersehen sie, welch fatale Langzeitwirkungen emotionale Kurzschlusshandlungen zeitigen können. Aktuell bekommen wir in der Flüchtlingskrise ein weiteres Beispiel vorexerziert, wie die Affektentscheidungen der Bundesregierung zu sehr unerwünschten Konsequenzen führen. Zugleich bewirbt sich Frau Merkel mit ihrem Flüchtlings-Stunt für künftige Friedensnobelpreise. Damit stünde Sie in einer Reihe mit der EU und Obama, die diesen Preis bereits erhalten haben.

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