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10.10.2013

15:58 Uhr

Der Anlagestratege

Weg mit dem Soli

VonChristoph Bruns

Deutschland ist das Land der staatlichen Selbstbedienung, der Erfindungsreichtum kennt keine Grenzen. Das trifft nicht nur Vermögende hart. Warum es jetzt endlich an der Zeit ist, die fiskalische Gier zu zügeln.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Nach einhundert Jahren ist nunmehr vor zwei Wochen das deutsche Branntweinmonopol zu Ende gegangen. Nicht eigene bundesrepublikanische Einsicht hat zur Abschaffung dieser faktischen Subvention geführt; Nein, es war einmal mehr heilsamer Druck aus Brüssel, der das Branntweinmonopol des Staates für wettbewerbswidrig hielt und schließlich dessen Ende verlangte.

Angesichts des langen Bestandes dieser Subvention und den Erfahrungen mit Subventionen und Steuern in Deutschland im Allgemeinen denkt man unmittelbar an folgenden wichtigen Gedanken des großen britischen Nationalökonomen John Maynard Keynes, welcher lautet:

„The difficulty lies not so much in developing new ideas as in escaping from old ones.”

Es wird sich zeigen müssen, wie lange etwa die Alimentierung von Kapitalanleger aus dem Sektor der alternativen Stromerzeugungsprojekte andauern wird. Nicht minder spannend ist die Frage, wie es um den Solidaritätszuschlag steht. Hoffentlich bedarf die Abschaffung des Soli keines so langen Zeitraums wie die Beendigung des Branntweinmonopols erforderte, wiewohl die Lebenserfahrung hier zu Skepsis Anlass gibt.

Denn Steuern und Abgaben verfügen in Deutschland traditionell über lange Halbwertszeiten, wie unschwer an der zu traurigem Ruhm gelangten Schaumweinsteuer zu studieren ist. Sie war bekanntlich zur Finanzierung der Kriegsflotte von Kaiser Wilhelm dem Zweiten im Jahr 1902 eingeführt worden und konnte sich bislang hartnäckig - ungeachtet ihres geringen Volumens und entsprechenden Bagatellcharakters - halten.

Aber auch der Soli hat mittlerweile 22 Jahre auf dem Buckel. Dass er obendrein zweckentfremdet in den allgemeinen Bundeshaushalt einfließt zeigt die Absurdität derartiger Sondersteuern, die in aller Regel mit einem besonderen Zweck von den Politikern begründet werden. Vom vorübergehenden Charakter dieser Steuer, wie es bei dessen Einführung noch euphemistisch hieß, will die Politik heute nichts mehr hören. Sie ist warm an den üppig fließenden Soli-Beiträgen geworden.

Kommentare (4)

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hes1411

10.10.2013, 17:40 Uhr

es gibt einen einfachen Grund für die Politik die Steuern hoch zu halten. Dadurch können sie Geld z.B. in Form von Subventionen "verteilen" und so nach ihrem Gusto Einfluss nehmen. In Ermangelung anderer Fähigkeiten (leider) hat die Politik überhaupt kein Interesse auf dieses für sie phantastischste aller Machtinstrument zu verzichten.

ein Vorschlag zur "Halbwertszeit", nicht nur für Steuern sondern auch für unzählige, unsinnige Gesetze:
die Gültigkeit auf z.B. 15 Jahre beschränken, danach muß das Parlament erneut über das Gesetz abstimmen. Erfolgt dies nicht wird das Gesetz automatisch außer Kraft gesetzt. Das ist zugegebenermaßen etwas radikal und extrem, aber so wie sich die Dinge in Deutschland und Europa entwickeln wird es drastische Schritte in Zukunft brauchen

Michel

10.10.2013, 18:24 Uhr

Ihr, die Journalisten der Mainstreammedien habt doch kräftig dabei mitgeholfen aus Deutschland diesen Polizeistaat und Selbstbedienungsladen zu machen.
Jetzt hört auf zu maulen tretet in einen Generalstreik und langt kräftig zu! Lohnerhöhungen von 100% stehen Euch zu!
Mal sehen wie Eure Herrschaften reagieren. Ha ha ha.

Flor

17.10.2013, 15:13 Uhr

Der Soli gehört schon lange weg. So lange der Soli besteht, wird Deutschland in Ost und West getrennt bleiben in den Köpfen der Menschen. Wahrscheinlich ist es sogar gewollt.

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