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13.03.2012

16:55 Uhr

Deutsche Unternehmen

Hohe Konzerngewinne sorgen für Dax-Rally

VonUlf Sommer

2011 verlor der Dax deutlich an Wert, doch die Gewinne der deutschen Unternehmen stiegen. Dieses Missverhältnis holt der Leitindex jetzt nach. 2012 dürfte das zweitbeste Jahr deutscher Firmen werden.

2011 war für Unternehmen ein erfolgreiches Jahr, jedoch nicht für den Dax. 2012 hat der Leitindex somit Aufholbedarf. dapd

2011 war für Unternehmen ein erfolgreiches Jahr, jedoch nicht für den Dax. 2012 hat der Leitindex somit Aufholbedarf.

DüsseldorfWer sich zum Jahreswechsel getraut hat, in die stark angeschlagene und vom Staat aufgefangene Commerzbank zu investieren, hat an der Börse bis gestern 65 Prozent gewonnen. Und auch vorsichtigere Anleger, die Aktien der vor Kraft strotzenden Industriekonzerne Daimler und BMW kauften, erzielten in siebeneinhalb Wochen mehr als 40 Prozent Wertzuwachs.

Diese drei Gewinner-Aktien zeigen: Die Anleger haken die Finanz- und Schuldenkrise ab und lassen auch die Konjunktursorgen hinter sich. Sie spekulieren auf die Genesung der Banken und vor allem auf eine gute Wirtschaftsentwicklung.

Deshalb profitieren vor allem die vielen konjunkturempfindlichen Aktien im Deutschen Aktienindex Dax – allen voran die der Autohersteller. Ihre Papiere hatten in den düsteren August-Wochen 2011, als der Dax mehr als 2 000 Punkte verlor und viele Investoren auf eine globale Rezession spekulierten, am meisten verloren. Danach drehte sich die Stimmung. Die Wette auf eine gute Zukunft brachte Gewinneraktien wie Infineon, Volkswagen und MAN Zuwächse von deutlich mehr als 20 Prozent.

Der plötzliche Optimismus entspringt nicht etwa einer grenzenlosen Euphorie wie noch zu Zeiten der Technologieblase zur Jahrtausendwende. Diesmal ist der Hintergrund ganz real: Die Unternehmen verdienen prächtig – und ihre Anteilsscheine sind an der Börse trotz gestiegener Kurse immer noch niedrig bewertet.

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

Baader Bank

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

Bank Julius Bär

Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

Bank Sarasin

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

Bankhaus Lampe

Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

Bayerische Landesbank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

Berenberg Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

Bethmann Bank

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

BHF-Bank

Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

BNP Paribas

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

Citi

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

Commerzbank

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

DekaBank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

Deutsche Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

DZ Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

Ellwanger & Geiger

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

Fürst Fugger Privatbank

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

Haspa

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

Hauck & Aufhäuser

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

Helaba

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

HSBC Trinkaus

Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

JP Morgan

Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

LBBW

Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

M.M.WArburg & Co.

Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

National Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

Natixis

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

Nomura

Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

NordLB

Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

Postbank

Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

Royal Bank of Scotland

Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

Santander Cons. Bank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

Société Générale

Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

Syz & Co.

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

UBS

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

VP Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

West LB

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

WGZ-Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

Zwar endet in Deutschland in diesen Tagen die Serie zweistelliger Gewinnzuwächse, die die Dax-Konzerne acht Quartale in Folge verbuchen konnten. Doch mit dieser leichten Abschwächung hatten Anleger angesichts der hohen Ausgangsposition bereits vor Beginn der Quartalssaison gerechnet.

Viel wichtiger ist: Die Sorge aus dem vergangenen Jahr, dass dem Konjunkturboom und den hohen Unternehmensgewinnen nun der Absturz folgt, ist der Hoffnung gewichen, dass sich die Erfolgsgeschichte in diesem Jahr fortsetzt. Zwar „nur“ mit stagnierenden Gewinnen auf dem Niveau der knapp 75 Milliarden Euro, die die 30 Dax-Konzerne 2011 netto verdienten. Doch das wäre – wie schon im vergangenen Jahr – das zweitbeste Ergebnis in der deutschen Firmengeschichte.

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