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26.01.2007

07:00 Uhr

Die Bewertung des Stahlhändlers gilt aber als ausgereizt

Klöckner & Co steigt in den MDax auf

VonMarkus Hennes

Manchmal werden Träume wahr. Im Fall des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) sogar früher als erhofft. Das Duisburger Traditionsunternehmen, das bereits seit Monaten als heißer MDax-Anwärter gilt, steigt am Montag vom SDax in die nächsthöhere Liga auf – Krönung einer noch recht kurzen, aber bislang erfolgreich verlaufenen Karriere an der Börse.

Der Firmensitz des Stahl-Distributors Klöckner

Der Firmensitz des Stahl-Distributors Klöckner

DÜSSELDORF. Der Aufstieg in den MDax geschieht allerdings außerplanmäßig. Mit Wirkung vom 29. Januar scheidet die Hypo-Vereinsbank (HVB) aus dem MDax aus. Der Streubesitz der HVB ist unter fünf Prozent gesunken, teilte die Deutsche Börse gestern mit. Damit erfülle die HVB nicht mehr die Voraussetzung für einen Verbleib im Auswahlindex.

Knapp geschlagen geben im Rennen um die HVB-Nachfolge musste sich der Aromastoffhersteller Symrise. Mit einer gewichteten Marktkapitalisierung von 1,65 Mrd. Euro, die sich aus einem Gesamtwert aller Aktien von 2,4 Mrd. Euro und einem Streubesitzanteil von knapp 69 Prozent ergibt, hatte Symrise zwar bei diesem Aufstiegskriterium einen deutlichen Vorsprung – Klöckner erreicht hier nur 1,37 Mrd. Euro. Doch Symrise wagte erst am 11. Dezember 2006 den Sprung aufs Parkett. Sechs Wochen Zugehörigkeit zur Börse sind aber viel zu wenig für einen Aufstieg in den MDax, befand offenbar die Deutsche Börse.

Der Börsengang von KlöCo stand bereits ein halbes Jahr früher an. Der erste Handelstag am 28. Juni endete indes enttäuschend: KlöCo-Aktien schlossen mit einem Minus von 7,2 Prozent bezogen auf den Ausgabepreis von 16 Euro. Dabei hatte der Alleineigentümer von Klöckner, der amerikanische Finanzinvestor Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB), dem damals unsicheren Börsenumfeld Tribut gezollt.

LGB senkte den Ausgabepreis und die Anzahl der zu platzierenden Aktien. Statt wie ursprünglich geplant rund 500 Mill. Euro wurden so beim Börsengang nur 296 Mill. Euro erlöst. Gut ein Drittel davon flossen in die Kasse des Stahlhändlers, der Rest an LGB. Experten erklären das verpatzte Börsendebüt mit schlechten Timing. Der Sommer gilt als denkbar schlechter Zeitpunkt für Neuemissionen.

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