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07.09.2012

11:54 Uhr

Die Blackrock-Strategie

Liebe Rentner, vergesst Anleihen, kauft Aktien!

Die Anleihe galt früher als liebstes Anlageinstrument älterer Semester. Sicher, grundsolide. Heute wäre eine solche Strategie fahrlässig, wenn nicht sogar gefährlich, sagen Experten. Was sie stattdessen empfehlen.

Anleger an der Madrider Börse. Reuters

Anleger an der Madrider Börse.

LondonDie höhere Lebenserwartung wird nach Ansicht von Quintin Price von Blackrock. zu einer veränderten Anlagestrategie von älteren Investoren führen. So hat Price seiner 80-jährigen Schwiegermutter geraten, mehr Aktien zu halten, da ältere Investoren angesichts einer steigenden Lebenserwartung höhere Investmenterträge anstreben sollten.
“Als die Lebenserwartung in der Vergangenheit niedriger war, wurde in der Regel geraten, stärker auf festverzinsliche Investments zu setzen,” erläutert Price, der bei Blackrock Leiter für Alpha-Strategien ist, in einem Interview in Zürich.

“Diese gängige Meinung entstand in einer Zeit, als die Lebenserwartung sehr viel niedriger war und gilt einfach nicht mehr”, sagt er. “Die Leute müssen neue Anlagestrategien finden, damit ihre Ersparnisse nach ihrer Pensionierung länger halten - und das wird nicht durch Bonds hoher Qualität erreicht, die kaum Rendite bringen.”

Gottfried Heller:  „Ich habe 90 Prozent meines Geldes in Aktien investiert“

Gottfried Heller

„Ich habe 90 Prozent meines Geldes in Aktien investiert“

Im Interview erklärt der bekannte Vermögensverwalter Gottfried Heller, warum die Deutschen bei der Geldanlage „absolute Flaschen“ sind und wie Anleger ihre Rendite steigern und gleichzeitig das Risiko senken.

Die Rendite zweijähriger deutscher Bundesanleihen ist Anfang Juli unter null gesunken, da die Euroraum-Schuldenkrise die Nachfrage nach den sichersten Vermögenswerten anschiebt. Das bedeutet, dass Investoren die größte europäische Volkswirtschaft dafür bezahlen, Geld auszuleihen. Der Stoxx Europe 600 Index, die marktbreite europäische Aktien-Benchmark, hat gegenüber dem Jahrestief vom 4. Juni mehr als 13 Prozent zugelegt und dürfte bis Ende 2012 um weitere 15 Prozent klettern, erwartet Price.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

“Bonds hoher Qualität sind teuer bewertet, weil es eine enorme Risikoaversion gibt”, sagt Price. “Die Renditen derartiger Papiere, die Leute in der Nähe des Pensionsalters oder diejenigen, die bereits in Rente sind, in der Regel halten, sind dramatisch gefallen, während die Lebenserwartung gestiegen ist.”
Der Anteil der Personen im Alter über 65 Jahre wird in Europa den Prognosen des US-Volkszählungsbüros zufolge bis 2020 auf 19 Prozent steigen, von 16,6 Prozent in diesem Jahr. Nur Japan hat eine höhere Quote von geschätzt 23,9 Prozent für 2012. Die Lebenserwartung ist von einem weltweiten Durchschnitt von 48 Jahren 1950 auf fast 70 Jahre 2010 gestiegen, geht aus Zahlen des Internationalen Währungsfonds hervor.

Kommentare (4)

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MIRO

07.09.2012, 13:16 Uhr

Nein liebe Rentner, weder Anleihen noch Aktien als Rücklagen.Die sind das letzte was man tun kann.
Nein, tauscht eure Rücklagen schnellstensd in verfügbares
physisches Gold um und legt euch entspannt zurück.
Die EM Preise werden immer die steigenden Inflationen ausgleichen.gez.walter werner.de

asiapower

07.09.2012, 14:26 Uhr

Das ist auch meine Meinung, Gold kann einfach nicht besteuert werden im Gegensatz zu jedem anderen sichtbaren Vermögen. Zweitbeste Anlagemöglichkeit sind Ackerböden, die sind nicht beliebig vermehrbar und in D. noch zu akzeptablen Preisen zu haben..

vodralba

07.09.2012, 14:28 Uhr

...und was mache ich, wenn Goldverbot gegeben wird?

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