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19.02.2004

08:14 Uhr

Die jüngste Indexentscheidung der Deutschen Börse bietet nur eine echte Überraschung

Und der Gewinner heißt: Repower

VonChristian Schnell

Eine Überraschung stellen die Index-Veränderungen, die der Arbeitskreis Aktienindex am späten Dienstag Abend bekannt gab, auf den ersten Blick nicht dar. Im Deutschen Aktienindex (Dax) standen turnusmäßig keine Veränderungen an. Und dass Hypo Real Estate ab dem 22. März in den MDax aufsteigen wird, war lediglich eine Formalie. Auch das Aufrücken von Dialog Semiconductor, Rofin Sinar und QSC in den TecDax war absehbar. Alles kam also so, wie es die Auguren in den letzten Wochen vorhergesehen hatten.

FRANKFURT/M. Nicht ganz. Denn bei genauerem Hinsehen fällt eine Überraschung auf: Der Verbleib von Repower im TecDax. Der Hersteller von Windkraftanlagen hatte sowohl bei Börsenumsatz als auch bei Marktkapitalisierung den alles entscheidenden Rang 35 deutlich verfehlt, belegte hier zuletzt nur noch die Plätze 39 und 45. Dass Repower dennoch mit einem blauen Auge davon gekommen ist, lag einerseits daran, dass der Austausch von Ixos, Wedeco und Lion Bioscience dringlicher war. Auf der anderen Seite gab es keinen geeigneten vierten Nachrücker.

Dennoch war im Vorfeld erwartet worden, dass Repower statt Ixos absteigen muss. Für das Münchener Software-Haus liegt zwar ein Übernahmeangebot vom kanadischen Wettbewerber Opentext vor, dennoch erfüllte Ixos bislang die Indexkriterien und lag bei Börsenumsatz und Marktkapitalisierung auf den Rängen 28 und 19. Der Grund dafür, dass nun trotzdem Ixos weichen muss, dürfte der sein, dass die Übernahme durch Opentext nahezu perfekt ist, ein Ausscheiden also sowieso bald gedroht hätte. Der heimliche Sieger vom Dienstag Abend heißt somit Repower, auch wenn das Unternehmen selbst nur wenig dafür kann.

Bei FJH und SCM Microsystems, die im Vorfeld ebenfalls als abstiegsgefährdet galten, hatte ohnehin kaum jemand damit gerechnet, dass sie wirklich ihre Plätze räumen müssen. Schließlich hatten sie nur ein Kriterium verfehlt, außerdem mangelte es – wie bereits angedeutet – an geeigneten Alternativen. Ähnliches lässt sich über die abstiegsbedrohten MDax-Mitglieder Koenig & Bauer (Koebau) und Zapf Creation sagen. Sie mussten sich zwar wegen ihrer zuletzt stark gefallen Platzierungen Sorgen machen. Konkurrent Jungheinrich, der um einen dieser Plätze buhlte, stand jedoch nicht wirklich besser da.

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