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06.12.2012

08:21 Uhr

Dividenden und Aktienrückkäufe

Vorsicht, es gibt Geschenke!

VonJörg Hackhausen

Apple, IBM, Siemens – weltweit schwimmen Unternehmen im Geld. Das soll den Aktionären zugutekommen. Doch nicht immer geht der Plan auf. Wann sich die Geschenke an die Anteilseigner auszahlen - und wann nicht.

Aktienrückkäufe und Dividenden: Mitunter eine böse Überraschung für die Aktionäre. Getty Images

Aktienrückkäufe und Dividenden: Mitunter eine böse Überraschung für die Aktionäre.

DüsseldorfApple hat ein Problem. Das Unternehmen sitzt auf einem riesigen Geldberg. Mehr als 100 Milliarden Dollar hat die Firma angehäuft. Der Lohn harter Arbeit und ständiger Innovationen. Nur: Das Unternehmen weiß nicht mehr, wohin mit den vielen Dollar. Die Aktionäre drängen darauf, dass das Geld nicht einfach herumliegt. Was also tut Apple?

Das Kult-Unternehmen beschenkt seine Aktionäre. Erstmals in seiner Geschichte hat Apple die Zahlung einer Dividende und erstmals seit einem Jahrzehnt den Rückkauf eigener Aktien angekündigt. Das Programm zum Aktienrückkauf läuft seit Oktober, insgesamt will das Unternehmen zehn Milliarden Dollar dafür locker machen.

Die größten Aktienrückkäufe 2012

Platz 1

Exxon

15,8 Milliarden Dollar

Platz 2

Johnson & Johnson

13,2 Milliarden Dollar

Platz 3

IBM

9 Milliarden Dollar

Platz 4

AT&T

8,4 Milliarden Dollar

Platz 5

Oracle

6,6 Milliarden Dollar

Platz 6

Conoco

5,1 Milliarden Dollar

Platz 7

Procter & Gamble

4,8 Milliarden Dollar

Platz 8

Wal Mart

4,7 Milliarden Dollar

Platz 9

Philip Morris

4,6 Milliarden Dollar

Platz 10

Pfizer

4,4 Milliarden Dollar

Platz 12

CVS Caremark

4 Milliarden Dollar

Platz 11

Intel

4,1 Milliarden Dollar

Platz 13

Siemens

3,8 Milliarden Dollar

Platz 14

DirecTV

3,8 Milliarden Dollar

Platz 15

Microsoft

3,7 Milliarden Dollar

Damit liegt der Technologiekonzern voll im Trend. Weltweit sitzen Unternehmen auf Cash-Reserven. Viele davon beschenken die eigenen Aktionäre. Das geht auf zweierlei Weise: entweder indem die Firmen das Geld per Dividende direkt überweisen, oder indem sie eigene Aktien zurückkaufen, was den Gewinn pro Aktie steigert. „Bevor die Unternehmen das Geld für Unsinn ausgeben, sollten sie es lieber an die Aktionäre ausschütten“, sagt Jürgen Meyer, Fondsmanager von SEB Asset Management in Frankfurt.

Die Dividenden-Aristokraten in den USA

Mc Donald's

Branche: Gastronomie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 27,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,1

Fedex

Branche: Logistik
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 26,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 0,6 Prozent

Nike

Branche: Sportartikel
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 19,2 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,5 Prozent

IBM

Branche: IT
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 18,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

Colgate-Palmolive

Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,3 Prozent

Johnson & Johnson

Branche: Pharma
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

Coca Cola

Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 10,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,8 Prozent

Quelle: DZ Bank

Allerdings hat die Medaille auch eine andere Seite. Wenn eine Gesellschaft, die eigene Aktien zurückkauft oder die Ausschüttungsquote erhöht, kann das entweder heißen: Wir haben keine Idee, was wir mit unserem Geld anfangen sollen. Oder: Wir investieren lieber nicht in neue Maschinen, Fabriken oder Produkte, weil wir einen Einbruch der Weltkonjunktur befürchten. Beides klingt nicht gerade vertrauenerweckend. Wenn ein Unternehmen einen Aktienrückkauf oder Sonderdividende vorschlägt, sollten Anleger zumindest hellhörig werden.

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Die Hälfte der 30 Firmen im Dow Jones hat in diesem Jahr den Rückkauf eigener Aktien angekündigt. Allein Exxon, Johnson & Johnson, IBM und AT&T haben dafür fast 50 Milliarden Dollar ausgegeben. Zudem planen mehrere US-Konzerne eine Sonderdividende oder ziehen die Ausschüttung – wie etwa Wal Mart – vor. In den USA spielen dabei steuerliche Gründe eine wichtige Rolle. Aber auch in Deutschland mühen sich die Firmen um ihre Anteilseigner. Volkswagen wird auf der nächsten Hauptversammlung voraussichtlich einen Anstieg der Dividende um 65 Prozent auf 5,05 Euro je Anteilsschein vorschlagen. Siemens geht den anderen Weg. Der Münchener Konzern hat sich auf einen Aktienrückkauf festgelegt.

Kommentare (8)

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Hagbard_Celine

06.12.2012, 09:13 Uhr

Haltet den Dieb passt wohl eher.

Aktienrückkäufe sind immer dann - zwingend - unternehmensschädigend wenn der Kaufkurs der Aktien über dem Buchwert liegt, was auch der Grund ist das so etwas in Firmen mit Großaktionär wie z.B. Sixt, BMW, Berkshire Hathaway etc. nicht passiert.

Die Schädigung der Kapitalbasis des Unternehmens tritt dadurch ein das der Buchwert der Aktien tatsächlich sinkt wenn der Rückkauf zu einem Kurs über dem Buchwert erfolgt.

Viele Unternehmen in USA sind verpilzt mit sogenannten Mangern die durch solche Programme die Eigentümer bestehlen und auch hierzulande gibt es solche Figuren inzwischen zu genüge. Im Prinzip nehmen die Firmen einen Kredit auf um den Herren "Managern" ihre Aktien weit über Wert abzukaufen. Das führt zu kurzfristigen Verzerrungen bei den Kursen, mit Wertsteigerung hat das nichts zu tun.
Hohe Dividenden bei weitgehend schuldenfreien Unternehmen sind hingegen eine saubere Sache.

Hagbard_Celine

06.12.2012, 09:25 Uhr

Korrektur:

"Das geht auf zweierlei Weise: entweder indem die Firmen das Geld per Dividende direkt überweisen, oder indem sie eigene Aktien zurückkaufen, was den Gewinn pro Aktie steigert."

Dieser Satz ist falsch.

Der Gewinn pro Aktie steigt dann - und nur dann - wenn der Rückkauf der Aktien unter dem Buchwert erfolgt ansonsten SINKT er dadurch ZWANGSLÄUFIG.

BSP:

DAS EK einer Firma beträgt 100 Euro, es gibt 100 Aktien mit einem Buchwert zu je 1 Euro.

Fall 1: Die Firma kauft 20 Aktien zu 50 Cent auf (KBV 0,5), gibt also 10 Euro aus so das das EK auf 90 Euro sinkt die nun auf 80 Aktien verteilt sind, der Buchwert steigt auf 90/80 = 1,12.

Das Ertragspotenzial wir so rund 12% gesteigert.

Fall 2: Die Firma kauft 20 Aktien zu 2 Euro auf (KBV 2), gibt also 40 Euro aus so das das EK auf 60 Euro sinkt die nun auf 80 Aktien verteilt sind, der Buchwert sinkt auf 60/80 = 0,75 Euro.

Das Ertragspotenzial wir so rund 25% reduziert.

Lungomolch

06.12.2012, 12:05 Uhr

sehr interessanter Aspekt!

Wenn der Rückkauf über die Börse erfolgt, kommt der Kaufkurs ja über Angebot und Nachfrage zustande. Dann müsste die erhöhte Nachfrage zumindest kurzzeitig zu Kursgewinnen führen.

Wenn der Kaufkurs willkürlich "hingedreht" wird (Sie nennen als Beispiel den Rückauf von Manager-Aktien), dann hat das mit einer fairen Preisfindung nichts mehr zu tun. Die Aktionäre werden für dumm verkauft.

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