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23.03.2012

13:08 Uhr

Draghi vs. Stark

Schlagabtausch der Notenbanker

Ihre Aussagen könnten kaum konträrer sein. EZB-Präsident Mario Draghi rechtfertigt in einem Interview die Geldpolitik seines Hauses. Der Ex-Chefvolkswirt der Notenbank, Jürgen Stark warnt dagegen vor einer Inflation.

Der einstige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, ist mit der Politik von EZB-Chef Mario Draghi nicht einverstanden. dpa

Der einstige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, ist mit der Politik von EZB-Chef Mario Draghi nicht einverstanden.

FrankfurtDie reichen Länder Europas dürfen nach Ansicht von EZB-Präsident Mario Draghi nicht dauerhaft für hoch verschuldete Partner einstehen. „Generell gilt: Wenn wir das Geld der Steuerzahler schützen wollen, darf aus der Euro-Zone keine Transferunion werden, in der ein, zwei Länder zahlen, der Rest ausgibt und das Ganze durch gemeinsame Eurobonds finanziert wird. Das darf nicht sein“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Nach Ansicht von Ex-EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark jedoch, hat die jüngste Geldflut der Notenbanken die Lage keineswegs verbessert. In vielen Volkswirtschaften könne man „keinen ernsthaften Versuch erkennen, die Fiskalpolitik in den Griff zu bekommen“, urteilte Stark im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Sowohl die Weltwirtschaft als auch das Weltfinanzsystem stehen heute erneut unter Drogen.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte Europas Geschäftsbanken im Dezember und Februar extrem billiges Geld mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren angeboten. Abgerufen wurde insgesamt gut eine Billion Euro. Weil die Institute zum Teil Geld aus anderen Geschäften mit der EZB umschichteten, kamen nach Berechnungen von Volkswirten von dem frischen Geld netto gut 500 Milliarden zusätzlich im Finanzsystem an.

Die EZB hat kürzlich eine Billionen Euro Kapital bereit gestellt. dpa

Die EZB hat kürzlich eine Billionen Euro Kapital bereit gestellt.

Nach Überzeugung Draghis verhinderten die Währungshüter mit der Geldflut ein Austrocknen der Finanzmärkte. Im ersten Teil seines Interviews mit der „Bild“-Zeitung, das gestern veröffentlicht wurde, sagte der EZB-Präsident: „Das Schlimmste ist vorüber, aber es gibt auch noch Risiken. Die Lage stabilisiert sich.“

Stark hielt dagegen: „Historisch wissen wir, dass jede besonders starke Expansion der Zentralbankbilanz mittelfristig zu Inflation führt.“ Es sei nicht möglich, die gigantische Liquidität, rasch wieder aus dem Markt zu nehmen, sofern dies aufgrund anziehender Preissteigerungsraten notwendig werde.

Kommentare (12)

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MAFIA

23.03.2012, 14:04 Uhr

Lasst uns endlich unser Geld waschen, dass machen wir zwar schon, aber seid nicht päpstlicher als der Papst. Wir könnten die gesamte EU aus der Scheiße holen. Ihr wisst Geld stinkt nicht, ob aus Drogen- und Waffenhandel, Prostitution, Menschenhandel, Schutzgelderpressung, Betrug, etc.. Eure Firmen verkaufen doch auch Waffen und eure Bänker zocken doch auch nur die Menschen ab. Also lasst euch helfen!

Account gelöscht!

23.03.2012, 14:21 Uhr

Es ist an der Zeit den EZB-Saustau auszuheben. Die Blutsauger an der EZB haben lange genug ihre parasitäre Bestimmung ausgeübt. Wenn es so weiter geht haben wir bald Zustände wie bei Goldman Sachs in Frankfurt und die Muppets mit ihrem SGM (Stupid German Money) lassen es mal wieder mit sich machen wie die Schlachtlämmer...

Mazi

23.03.2012, 14:33 Uhr

Jetzt ist es aber mal an der Zeit, dass Merkel wach wird und sich vor und hinter Stark stellt.

Ansonsten dürfte wohl auch ihr Ende eingeläutet sein. Dann wird sich nämlich kein Deutscher weder vor noch hinter sie stellen.

Sachlich scheint die Regierung - von den demokratischen Geflogenheiten her gesehen - ohnehin abgewirtschaftet zu sein. Das Erscheinungsbild ähnelt eher einer Diktatur als einer Demokratie. Und die als Verfassungsfeinde verfolgten erscheinen näher an der Verfassung als die Regierung. Das ja schon pervers.

Man kann dieses vorliegende Thema vertiefen oder man kann auf ein anderes Thema hinweisen, was politisch ebenso vergurkt ist. Ich denke an die Vorratsdatenspeicherung. Wie kann es sein, dass die EU eine Änderung unseres Grundgesetzes unter Androhung einer Strafe verlangen kann. Bei wohlwollender Formulierung ziehen die Abgeordneten, die für die EU-Verfassung gestimmt haben, ihre alleinige Legitimation aus dem Grundgesetz. Und aus eben dieser EU-Verfassung soll das Recht abgeleitet werden, einen Teilbereich unseres Grundgesetzes abzuschaffen?

Wenn dem so ist, bleibt den Deutschen, die sich an das Grundgesetz gebunden fühlen, keine andere Wahl als auszutreten.

Unser neuer Bundespräsident hat heute den Eid auf die Urfassung unseres Grundgesetzes abgelegt. Ich bin davon überzeugt, dass das seinen Grund hatte.

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