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20.02.2013

21:18 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Aktien sind alternativlos

Das Aktienumfeld wird immer nervöser, doch an den Anteilsscheinen führt bei den derzeit niedrigen Zinsen kein Weg vorbei. Das sehen sowohl Depotinhaberin Jessica Schwarzer als auch die meisten Experten so.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Experten trommeln derzeit lautstark für die Aktie. Alternativlos sei diese Anlageform in Zeiten historisch niedriger Zinsen. Dividendenrenditen lägen oft über den Mini-Zinsen, die es für halbwegs sichere Anleihen noch gibt. Hinzu komme die Chance auf Kursgewinne. Liegt das Geld dagegen nur auf dem Tagesgeldkonto, verlieren Anleger garantiert Geld – Inflation, Steuern und Abgaben fressen die Zinsen auf. Denn die sind mittlerweile kaum noch messbar.

Mein Kollege Jens Hagen hat mit seiner aktuellen Geschichte „Null Komma fast nix“ den Beweis geliefert: Das neue Jahr ist mit einem massiven Zinsrutsch gestartet. Mehr als 30 Banken senken ihre Sätze für Tagesgeld, im Schnitt gibt es erstmals seit Gründung der Bundesrepublik nicht einmal mehr ein Prozent.

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Für mich sind Aktien eine gute Alternative, auch wenn ich bei der Auswahl der Aktien für mein spekulatives Depot nicht zwangsläufig auf hohe Dividendenrenditen achte. Als Beimischung habe ich zwei Anleihe-ETFs gewählt, über die ich in europäische High-Yield-Anleihen und Unternehmenbonds aus den Schwellenländer investiert habe.

Das bringt auf mehr, als das Geld auf dem Konto liegen zulassen. Zumal es in diesem Fall überhaupt nicht verzinst wird.

Kommentare (2)

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Henry

20.02.2013, 22:51 Uhr

Kaputtgezockte Banken retten, Sozialsysteme zerstören, Niedriglohnsektoren organisieren, Kriege führen, Finanznmärkte deregulieren, Aktien kaufen - Wäre das alles alternativlos, stünde dahinter ein Naturgesetz. Es bräuchte weder Politiker noch Börsenblätter noch Experten. Schon mal aufgefallen?

Zur Mybritt Illner-Runde waren Pastor Peter Hintze, Linke, Grüne, Liberale, Sozen geladen worden. Weihevoll sprach der Pastor: Die EU ist alternativlos! Schweigen, Scham, Kopfnicken.

Die Begrifflichkeit hat Thatcher in Umlauf gebracht, die Industrieproduktion sei 19th Jahrhundert, die Sozialsysteme ebenso, die Hoheitsrechte gehörten der City of London, weil die das 21. Jhd. repräsentierten. Das sei alternativlos.

Vladi

21.02.2013, 09:38 Uhr

Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstruierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt. Das Geld ist das den Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an (Karl Marx).

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