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02.04.2013

20:53 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Aktienkauf auf Pump

Im Moment wollen alle Aktien kaufen – insbesondere die US-Privatanleger. Finanziert werden die Geschäfte zumeist auf Pump. Doch die Angst vor einem Platzen der Blase wächst. Naht das Ende der Aktienhausse?

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Die Rückkehr der Privatanleger an die US-Börsen sind ein Anzeichen dafür, dass die Aktien dort sozusagen in die Schlussgerade gehen. Es gibt noch weitere. So berichtet zum Beispiel die Webside "marketwatch.com" davon, dass immer mehr reiche Amerikaner ihre Häuser als Geldautomaten benutzen - und mit dem Geld dann Aktien kaufen.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das funktioniert deswegen, weil sich in den meisten Regionen der USA inzwischen die Immobilienpreise wieder erholt haben. Damit wachsen die Möglichkeiten, Häuser zu beleihen. Und dieses Geld kann man dann frei investieren. Natürlich ist das mit einem persönlichen Risiko verbunden: Laufen die Aktien schlecht und bricht der Immobilienmarkt wieder ein, kann es eng werden.

Entscheidend für die Börse ist aber: Hier werden offenbar in zunehmendem Maße Aktien auf Pump gekauft. Und das ist meist ein Anzeichen dafür, dass der Boom in seine letzte Phase kommt. Ich glaube, er wird noch eine Weile halten. Eine Weile noch - aber nicht mehr ewig.

Kommentare (1)

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Insider

02.04.2013, 22:53 Uhr

Das ist alles wahr!Schlimm finde ich auch,das die US-Wirtschaft nur noch auf Pump läuft.Erinnern wir uns,Obama hatte der Welt 08 versprochen, die Schulden zu halbieren,stattdessen hat er sie verdoppelt! Aber damit nicht genug! Allein im ersten Quartal 13 kamem 375 Mrd an Neuverbindlichkeiten hinzu.Eine sehr ungesunde Entwicklung....wie lange geht das noch gut...? Im Moment druckt die FED das Geld und die US Konsumenten gehen damit weltweit einkaufen.Das ist jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt,aber im Grunde ist es doch so!Eigentlich müsste jetzt der US-Dollar massiv fallen,denn was ist eine Währung wert,deren Wert jeden Monat real um mehr als 100 Mrd verwässert wird.Im Grunde nicht viel.An der Aktienbörse nennen wir sowas Kapitalerhöhung und wird mit Kursabschlag bestraft,nur an den Währungsmärkten wird weiter unbedacht auf den US-Dollar gesetzt-wider jeder Vernunft!

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