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11.03.2013

19:57 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Alle Augen auf China!

Früher gab die Wall Street für alle Börsen weltweit den Takt vor. Heute spielen aber auch Europa und insbesondere China eine wichtige Rolle. Frank Wiebe fürchtet deshalb, dass die Börse noch etwas politischer wird.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Die Amerikaner reden viel davon, dass sie in ein paar Jahren möglicherweise von den Chinesen als größte Wirtschaftsnation überholt werden. Und manchmal ist an der Börse schon so etwas vorab zu spüren. Früher gab die Wall Street für alle Börsen weltweit den Takt vor. Heute spielt Europa manchmal auch eine Rolle – aber eigentlich nur, wenn die Krise dort gerade wieder hochkocht und die Stimmung verdirbt.

Neu ist aber, dass immer wieder die Chinesen den Takt vorgeben. Am Montag ist die Wall Street schwächer gestartet, weil Chinas Markt unter Druck stand – das wäre früher undenkbar gewesen. Damit ist die Börse aber noch etwas politischer geworden – denn in China hängen die Kurse doch sehr stark an politischen Entscheidungen.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die amerikanische Privatbank Brown Brothers Harriman glaubt allerdings, dass die Chinesen sehr vorsichtig vorgehen bei ihrer "makroökonomischen Steuerung". Die Zentralbank werde eher "höflich darum bitten", bei der Kreditvergabe etwas vorsichtiger zu sein, als einfach die Zinsen zu erhöhen. Mit anderen Worten: Eigentlich ist Peking auf dem richtigen Weg. Die Regierung versucht eine Überhitzung zu vermeiden und möchte auch die Inflation zurückdrängen, ohne dabei aber die wirtschaftliche Entwicklung abzuwürgen.

Wenn dies gelingt, dürfte es im übrigen auch direkt der deutschen Wirtschaft und damit auch deutschen Aktien zu Gute kommen. Denn der chinesische Markt ist für viele heimische Unternehmen enorm wichtig - selbst da, wo er noch nicht den größten Exportanteil hat, ist er häufig für die Wachstumsperspektive unentbehrlich.

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