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30.01.2013

19:17 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Amazon kommt gegen US-Zahlen nicht an

Die US-Wirtschaft schrumpft und die Börsen geben nach. Auch Amazon musste federn lassen – und das obwohl die Zahlen stimmen. Nichtsdestotrotz setzt Handelsblatt-Redakteurin Kerstin Leitel weiter auf den Versandhändler.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Der US-Verbraucher ist nicht nur extrem wichtig für die Wirtschaft des Landes und sogar die weltweite Konjunktur, sondern auch auch ein äußerst mysteriöses Wesen: Er hat dauernd schlechte Laune, schaut verängstigt in die Zukunft – und kauft trotzdem gerne ein. Oder kauft er vielleicht, um seine Laune aufzubessern, nach dem Motto „diesen neuen Mantel brauchte ich zwar nicht gegen das kalte Wetter, aber für meine Psyche“? Jedenfalls fallen die Umfragen zum Verbrauchervertrauen permanent schlecht aus, gleichzeitig zeigen Zahlen zu den tatsächlichen Verkäufen aber, dass der private Konsum die US-Wirtschaft gut stützt – und damit auch die Börse. Möglicherweise ist das Phänomen auch ähnlich wie in Deutschland mit der Euro-Krise: Alle reden davon, aber viele fühlen sich persönlich gar nicht so betroffen.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Unter den einzelnen Aktien fielen am Mittwoch vor allem die Amazon-Papiere auf. Die Börse honorierte die Erholung im vierten Quartal mit einem deutlichen Aufschlag - meiner Kollegin Kerstin sei das gegönnt. Ich bleibe trotzdem der Aktie gegenüber skeptisch. Amazon-Chef Jeff Bezos ist sicher ein Genie - aber auch darin, die Investoren immer wieder zu vertrösten. Er hat ein riesiges Unternehmen und eine großartige Marke aufgebaut, aber verdient kein Geld.

Klar, zum Teil liegt das an hohen Investitionen in die Zukunft. Aber irgendwann müssen sich die Marke und die starke Position am Markt auch in klingender Münze auszahlen. Sonst wird die kleinste Wachstumsdelle gleich das Vertrauen der Investoren in die Story des Unternehmens beschädigen - und außer der Story hat Bezos noch nicht viel zu bieten.

Kommentare (1)

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Lilly

31.01.2013, 01:07 Uhr

Amazon ist schnell und zuverlässig. Auch über "Fremdanbieter" jedweder Art über deren Online-Portal besteht gutes Preis-Leistungsverhältnis. Klasse Feedback-Möglichkeiten u. Infos.

Alles in allem gute Noten von einer Kundin. (Wobei ich NEUE Bücher, CD's oder DVD's nach wie vor über Buchladen vor Ort beziehe.)

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