Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.04.2013

20:35 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Amerika macht es Münchhausen nach

Die Fed ist sich über ihr weiteres Vorgehen nicht im klaren. Dabei ist ihre Geldpolitik entscheidend für die US-Wirtschaft. Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe wird die Lage langsam zu heiß. Er hält sich lieber zurück.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Nach immer neuen Erfolgsmeldungen vom US-Immobilienmarkt stellt sich jetzt die Frage: Was sagen diese Zahlen überhaupt aus? Das „Wall Street Journal“ kommt in einer langen Analyse zu dem Schluss: In den steigenden Immobilienpreisen kommt nur die lockere Geldpolitik zum Ausdruck, und nicht etwa eine reale Verbesserung der wirtschaftlichen Situation.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Aber eigentlich war doch immer klar, dass es genau so läuft: Die US-Notenbank pumpt die Kapitalmärkte - also Börse und Immobilien - auf, damit die Amerikaner wieder Geld ausgeben und die Konjunktur ankurbeln. Der Immobilienmarkt kann ja nicht beides sein: Der Motor der Erholung und gleichzeitig ein Indiz für die Erholung. Klar ist: Konjunktur und Börse der USA hängen von der Geldpolitik ab.

Die Frage ist letztlich, ob Münchhausen nicht doch Recht hatte. Der Lügenbaron berichtete ja, er habe sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen. Die Politik der US-Notenbank wirkt ganz ähnlich: Amerika zieht sich an den eigenen Haaren aus dem ökonomischen Sumpf. Der Unterschied zwischen Notenbankchef Ben Bernanke und Münchhausen ist aber: Bis zu einem gewissen Grad kann Geldpolitik so tatsächlich funktionieren. Erkauft wird das meist mit einem steigenden Grad an Risiko, weil es eben zu Überbewertungen in Teilen des Kapitalmarkts kommt, die dann in eine Krise führen. Noch sind diese Risiken nicht wirklich zu erkennen. Aber es hat schon seinen Grund, dass ich immer noch einen guten Teil meines Depots in Bargeld halte. 

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

millieunaer

11.04.2013, 08:48 Uhr

Liebe Frau Leitel,

da mir Ihr Depot von den drei veröffentlichen am ehesten zusagt, lese ich Ihre Kommentare regelmäßig.

So manches Mal frage ich mich, ob Sie nicht etwas zu emotional (im Gegensatz zu rational/strategisch) bei der Auswahl Ihrer Werte sind, was sich auch in dem heutigen Kommentar zu BASF wieder zeigt. Der "Bremsklotz" hat sich ja gerade an den Tagen, wo alles andere (besonders in Frau Schwarzers Portfolio) zusammengeklappt ist, recht stabil gehalten. Zudem hat der Wert mittlerweile eine Dividendenrendite von über 4%. Im Prinzip ein Wert, mit dem man nicht zockt, sondern den man sich für die nächsten 15, 20 Jahre ins Depot legt.

Vielleicht wäre es ja auch eine Überlegung für Sie, etwas stärker auf Titel mit hoher Dividendenrendite zu gucken. In den USA erfreut sich eine solche Strategie, die auf regelmäßiges Einkommen aus Dividenden abzielt ja bereits zunehmender Beliebtheit. Nicht zuletzt, weil Dividenden dort steuerlich besser als Zinsen behandelt werden.

Ihnen weiterhin ein glückliches Händchen bei der Depotverwaltung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×