Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.06.2013

19:49 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Analysten bestimmen die Richtung

Einige wenige Analysten setzen eine ganze Branche unter Druck. Für Chemiewerte ging es nach einem kritischen Kommentar heute europaweit abwärts. Eine Leitragende ist am Ende auch unsere konservative Anlegerin.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

So hatte ich mir Diversifikation nicht vorgestellt: Kaum erholt sich eine meiner Aktien, geht die andere auf Tauchkurs. Als Sorgenkind erwies sich diesmal die BASF-Aktie, die um fast drei Prozent abrutschte. Händler verwiesen zur Begründung auf eine skeptische Kommentare von JP Morgan zur Chemiebranche in Europa.

Die Analysten hatten dabei BASF auf „Underweight“  heruntergestuft und das Kursziel kräftig gekürzt. Nach drei Jahren Rückenwind könnten die guten Zeiten vorbei sein, schrieben die Analysten. Ich muss BASF wohl gut im Auge behalten. Schon in letzter Zeit hatte mir die Aktie keine Freude bereitet.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Grund zu Freude gibt es hingegen für den Dax: Am Montag wird der Index 25 Jahre alt!. Die Vorbereitungen für die Geburtstagsfeier laufen auch schon auf Hochtouren. So werden in einer Backstube in der Nähe von Mainz 1700 Muffins mit dem Logo des Börsenbarometers hergestellt, und am Montagmorgen sollen die Geburtstagstörtchen mit Himbeergeschmack dann in Frankfurt bereit stehen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Schon häufiger gab es bei den Jubiläen Kuchen, und eine Zeitlang wurde bei jeder erreichten Tausender-Marke des Dax eine Torte mit dem jeweiligen Rekordstand als Zuckerguss auf das Parkett gerollt. Einige Händler scherzten damals über einen „Torten-Indikator“. Diese Zeiten sind leider vorbei. Und mir ist auch nicht ganz klar, welchen Rückschluss man aus 1700 rosa Muffins ziehen könnte...

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

kraehendienst

27.06.2013, 20:55 Uhr

"Händler verwiesen zur Begründung auf eine skeptische Kommentare von JP Morgan zur Chemiebranche in Europa" - JPMorgan gehört zur systemrelevanten ELITE. Aktien sind keine Anlage mehr für kleine Leute. Das waren sie 1970, als es konstant aber langsam, ohne Derivate-Notenbank-Manipulation aufwärts ging. Nicht einmal auf Néstle kann man sich verlassen; irgendwelche K/V haben Puts/Calls in den letzten Tagen eingesetzt und damit den Kurs um 15% heruntergezogen. Auch kauft die Schweizer Notenbank nun selbst Aktien, lässt sich also vom internationalen Sog mitziehen. Was nun wird sie kaufen? Novartis, Néstle, Roche...

Delphi-Orakel

27.06.2013, 22:25 Uhr

Wer schafft endlich diese Kaffeesatzleser, genannt Analysten, ab ? Noch nie etwas produktiv gearbeitet, Dummes nachgelabert und wirre Prognosen in die Welt gesetzt. Wenn diese nicht eintreffen, dann war es nicht das eigene Unvermögen, sondern die Anderen. Wenn dann bei einer Firma statt 5 nur 4,8 Milliarden € Gewinn ausgewiesen werden, bricht die ganze Welt zusammen. Nein danke - auf diese Kameraden kann die Welt verzichten !!

Account gelöscht!

28.06.2013, 13:50 Uhr

Mit Interesse habe ich die Depotentwicklungen in den vergangenen Monaten verfolgt. Die Entwicklung seit dem Wechsel der Redakteure finde ich erschreckend. Unterschiede bzgl. defensiv, ausgewogen und spekulativ kann ich bzgl. Risiko und Chance der gewählten Papiere kaum erkennen, außer man rechnet das Emittentenrisiko der ganzen Zertifikate mit ein, dann steigt zumindest das Risiko in Depot 3 enorm….
In ein spekulatives Depot gehören spekulative Aktien, von mir aus auch in geringem Umfang Optionsscheine (die haben wenigstens einen Hebel oder man kann damit absichern). Spielen muss man hier mit der Investitionsquote. Immer dieses bankengläubige Zeug, bei dem erst mal der angebliche Kapitalerhalt im Vordergrund steht. Bei einem Spekulativen Depot muss der Chancengedanke im Vordergrund stehen.
Schade, diese Rubrik im Handelsblatt stellt doch eine Chance zur Förderung der Aktienkultur dar. Der hat sich allenfalls Frau Leitel verschrieben, ich hoffe sie wird demnächst in Führung gehen….

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×