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02.01.2013

19:18 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Auch die Amerikaner wurschteln sich durch“

Die USA konnte die Katastrophe gerade so abwenden – vorerst jedenfalls. An den Börsen löste das eine Euphorie aus, wie man sie schon lange nicht mehr erlebt hat. Auch die Handelsblatt-Redakteure zeigten sich entzückt.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Was für ein Start ins neue Jahr! Die Börsen feiern die Einigung im US-Haushaltsstreit und weltweit steigen die Kurse. Auch mein Musterdepot legt deutlich zu. So deutlich sogar, dass es (endlich auch nach Gebühren) ins Plus gedreht hat. Endlich!

Hoffentlich feiern wir aber nicht zu früh.  Die USA mögen die Fiskalklippe zwar umschifft haben, aber ein Grund zu Euphorie ist das eigentlich noch nicht. Der Haushaltsstreit scheint zwar vorerst gelöst, doch die USA taumeln in Sachen Staatsfinanzen weiter am Abgrund. Höhere Steuern und riskante politische Manöver werden die fragile Konjunkturlage der weltgrößten Volkswirtschaft wahrscheinlich auch 2013 gefährden. Darüber kann die umschiffte Fiskalklippe nicht hinwegtäuschen, auch wenn viele US-Haushalte erst einmal entlastet und Ausgabenkürzungen quer durch alle Ressorts aufgeschoben werden.

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Problem ist also nicht behoben, sondern allenfalls aufgeschoben. Und schon im Februar könnte es im Kongress zum nächsten Showdown kommen: Dann sprengen die USA ihre Schuldenobergrenze von 16,4 Billionen Dollar und die Regierung wird zahlungsunfähig. Und dann geht das Gerangel zwischen Demokraten und Republikanern um eine Anhebung der Schuldengrenze in eine neue Runde. Das dürften Börsianer sehr genau beobachten und das dürfte die Märkte belasten.

Doch erstmal geht die Börsen-Party zum Jahresbeginn weiter – und das tut meinem Depot gut. Vor allem meine US-Technologiewerte starten durch. Sowohl Apple als auch Facebook legen um die sieben Prozent zu. Die Aktie des iPhone-Konzerns minimiert ihr Minus damit deutlich und die Papiere des Social-Media-Portals schaffen es sogar ins Plus.

Nun hoffe ich natürlich, dass nicht allzu schnell Gewinnmitnahmen einsetzen. Nach einem Börsentag wie gestern/am Mittwoch ist das ja eher die Regel als die Ausnahme.

Kommentare (1)

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Hopfen_und_Malz

03.01.2013, 11:14 Uhr

"Nun hoffe ich natürlich, dass nicht allzu schnell Gewinnmitnahmen einsetzen."

Eine unverhoffte Zwischenhausse sollte dazu eingesetzt werden, sich von Papieren zu trennen, die sich nach dem Kauf nicht erwartungsgemäß verhielten, z.B. FB und CoBa.
Aber was red' ich, wer realisiert schon in Haussezeiten?

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