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13.06.2013

20:33 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Augen zu und durch

Seit Tagen kennen die Börsen weltweit nur einen Weg: den nach unten. Auch unsere Redakteure bleiben von der Verkaufswelle nicht verschont. Die Gewinne in den Depots schmelzen dahin. Ist langfristig Besserung in Sicht?

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Ich hatte ja befürchtet, dass die Sommerwochen und -monate ungemütlich werden könnten, aber so heftig hätte es dann doch nicht werden müssen: Am Donnerstag rutschte der Dax – im Schlepptau des Nikkei – unter die Marke von 8000 Punkten.

Auch „meine“ Aktien blieben nicht von der Verkaufswelle verschont. Fast alle Papiere in meinem Musterdepot verloren an Wert, zum Teil sogar deutlich.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der Auslöser des Kursrutsches? Händler verwiesen auf die gesenkten Wachstumsprognosen der Weltbank. Diese hatte mit Verweis auf die Rezession in Europa und konjunkturelle Abkühlung in den Schwellenländern Schätzung für das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gekappt und geht nun davon aus, dass die Weltwirtschaft nur noch um 2,2 Prozent wächst. Im Januar war noch ein Plus von 2,4 Prozent erwartet worden.  

Viele Börsianer überraschten die skeptischeren Schätzungen nicht. Aber, wie ein Marktteilnehmer zu Bloomberg sagte: „Verkäufe führen zu Verkäufen, das beschleunigt sich“. Als langfristiger Anleger muss ich die kommenden Wochen wohl wirklich die Zähne zusammenbeißen, fürchte ich. Denn langfristig, so sagen die meisten Börsenexperten, geht es weiter aufwärts.

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