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15.07.2013

20:40 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Bei der Praktiker-Aktie jucken die Finger

Die Praktiker-Aktie ist um mehr als 50 Prozent nach oben geschossen. Da ist die Versuchung groß mit dem Papier zu zocken. Oder auf den Nachfolger im SDax spekulieren. So oder so, ein riskantes Geschäft.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Auch wenn der Kurssprung zu Wochenbeginn jeden Investor freuen würde: Die Aktie von Praktiker ist nichts für Investoren mit schwachen Nerven — ganz zu schweigen davon, dass Aktien von insolventen Unternehmen nicht gerade zu einer konservativen Anlagestrategie passen.

Auch die Zeit von Praktiker im SDax geht wohl dem Ende zu. Den Regeln zufolge kann die Aktie eines insolventen Unternehmens kurzfristig aus einem der deutschen Auswahlindizes genommen werden. Den freiwerdenden Platz im SDax dürfte Evonik bekommen, prognostiziert die LBBW. Schon im September dürfte die Aktie dann weiter in den MDax aufsteigen.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Trotz dieser Aussichten werde ich keine Evonik-Aktien kaufen: Mit BASF habe ich schon einen Chemietitel im Depot, und ich will nicht zu stark auf eine Branche setzen.

Allerdings bereitet mir meine Investition in BASF nicht wirklich Freude: Seit meinem Einstieg ist der Wert der Aktie um fast drei Prozent gesunken. Das lag nicht zuletzt an skeptischen Einschätzungen zu den weiteren Entwicklungen in der Chemiebranche. Das spricht eher dafür, die BASF-Aktie zu verkaufen, als noch mehr Aktien von Unternehmen aus dieser Branche zu kaufen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.07.2013, 22:05 Uhr

Dass es hier einen "Redakteur" in den Finger juckt, kann ich nicht nachvollziehen. Alle drei handeln eigentlich sehr konservativ (Rendite 8%). Da verbietet es automatisch auch nur über Praktiker nachzudenken.

Bei Praktiker hat man "praktisch" zur Zeit nur im technischen Daytrading Chancen. Nachhaltig ist ein Handel mit der Aktie nicht und sollte aus jedem Depot verkauft werden, das nict Daytrading betreibt.

simplify_your_life

16.07.2013, 14:11 Uhr

Anstatt zu spielen hätte man das Geld auch folgendermaßen anlegen können:

- konservativ in einem DAX-ETF, das hätte in einem halben Jahr 7,21% Rendite gebracht, siehe da: http://de.ishares.com/de/pc/produkte/EXS1/wertentwicklung ,

- ausgewogen in einem MDAX-ETF, das hätte in einem halben Jahr 14,18% Rendite gebracht, siehe da:
http://de.ishares.com/de/pc/produkte/EXS1/wertentwicklungung und

- spekulativ in einem in einem Währungsgesichertem ETF auf den MSCI Japan, das hätte in einem halben Jahr 32,36% Rendite gebracht, siehe da:
http://de.ishares.com/de/rc/produkte/IJPE/wertentwicklung .

Kann man dann eben nicht so viel dazu schreiben, was für Journalisten eher schlecht ist.

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