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20.03.2013

20:00 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Ben Bernanke, der Schutzheilige der Aktionäre

Zyperns Lage ist alles andere als gut. Schon werden Vergleiche mit der Pleitebank Lehman Brothers gemacht. Die Börsen entwickeln sich allerdings wieder prächtig. Davon profitieren auch die Handelsblatt-Depots.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Es gibt in den USA warnende Stimmen, die die Beteiligung von zypriotischen Sparern an der Sanierung ihrer Banken mit dem Fallenlassen der US-Bank Lehman Brothers vergleichen, das die Finanzkrise 2008 enorm beschleunigt hat. Aber im Grunde glaubt niemand daran, dass die Börse große Probleme zu verdauen hat.

Die US-Anleger verlassen sich auf ihren heißt geliebten Notenbank-Chef Ben Bernanke. Nach ihrem Empfinden sichert der die Börse quasi nach unten ab. Er hat ja auch oft genug deutlich gemacht in letzter Zeit, dass er nichts anbrennen lässt und sich allenfalls sehr vorsichtig aus dem Prozess des Gelddruckens zurückziehen wird. Im Grunde bewegen wir uns so in eine langweilige Börsenphase hinein: keine große Begeisterung mehr, aber auch wenig Angst.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Notenbank Fed steht in den USA immer wieder unter großem politischen Druck. Kritiker werfen ihr vor, durch ihre Aufkäufe von Staatspapieren den Prozess der öffentlichen Verschuldung noch zu beschleunigen. Außerdem halten sie ihr vor, mit ihrer Politik des billigen Gelders die Sparer zu beschädigen und die Banken zu begünstigen.

Auf der anderen Seite hat sich Bernanke für viele Leute aber auch zu einer Art Schutzheiligen entwickelt: Er kümmert sich um den Arbeitsmarkt, und er sogt dafür, dass die Börse nicht einbricht, er unterstützt auch den Immobilienmarkt. Die Wahrnehmung ist ähnlich wie in Europa im Zusammenhang mit der Euro-Krise: Es scheint so, als seien allein die Notenbanken noch handlungsfähig. Fragt sich nur, um welchen Preis.

Kommentare (2)

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Istdochklar

20.03.2013, 23:07 Uhr

@tingel
Mehr Toleranz bitte! Mich öden Ihre Kommentare auch immer an...

Aber diesen Versuch finde ich spannend und man wird in 2-3 Jahren sehen, dass es fast nur aufwärts gegangen ist. Unter den Betrag für die bereits ausgezahlten Dividenden der letzten jahre kann der DAX ja garnicht mehr fallen...

Also DAX-Performance-Index minus DAX-Kurs-Index ist wohl der minimal mögliche DAX-Stand wenn die Aktien mit Null bewertet sind. ;-)

castagir

21.03.2013, 02:38 Uhr

Was soll daran schlimm sein ? Alle drei scheinen keineswegs professionelle Anleger zu sein - zu erwarten dass sie besser sein würden als der große Rest ist daher naiv. Und auch der Einfluß der drei auf den Markt dürfte wohl eher vernachlässigbar sein. Wen also stören sie ?

Nebenbei: Man muss sich auch erstmal in den Wind stellen und seine Entscheidungen zur öffentlichen Beurteilung freigeben - gerade wenn sie teilweise fragwürdig sind gehört dazu deutlich mehr Mut, als ihn die wenigen hauptberuflichen Nörgler hier im Forum beweisen.

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