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10.12.2012

19:00 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Berlusconi? Nein Danke!

In Italien drohen wieder politische Unsicherheiten. Mario Monti kündigt seine Rücktritt an und Silvio Berlusconi will wieder kandidieren. Das mussten die Börsen und die Handelsblatt-Redakteure erst einmal verarbeiten.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Dass Banken eine ziemlich heiße Spekulation sind und die Commerzbank wohl erst recht, ist unbestritten. Trotzdem hatte ich eigentlich auf eine Kurserholung gesetzt. Ein Mini-Plus hatte meine Position sich ja auch schon erkämpft. Am Montag dann der Rückschlag, von meinen mickrigen Kursgewinnen bleibt nicht viel übrig.

Die sich anbahnende Regierungskrise in Italien und das mögliche Comeback Silvio Berlusconis strapazierte das Vertrauen der Investoren. Italienische Bankaktien sackten bis zu sechs Prozent ab – und mit ihnen die europäischen Finanzwerte. Auch die deutschen Bankaktien konnten sich dem Abwärtssog nicht entziehen. Aber politische Börsen haben ja bekanntlich kurze Beine und deshalb ziehe ich nicht gleich die Reißleine.

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ungemach droht den Bankaktien allerdings noch von anderer Seite: Im Skandal um die Manipulation des europäischen Marktzinses Euribor sind die Ermittlungen der Aufseher gegen internationale Großbanken auf der Zielgeraden. Im Visier der deutschen Finanzaufsicht Bafin sind acht deutsche Geldhäuser, darunter auch die Commerzbank. Allerdings ist das nicht neu und dürfte im Aktienkurs eingepreist sein.

Das spekulative Depot: Zum Vergrößern bitte klicken.

Das spekulative Depot: Zum Vergrößern bitte klicken.

Analysten sind allerdings eher skeptisch: 15 Verkaufsempfehlungen zählt der Börseninformationsdienst Bloomberg derzeit, 16 Mal lautet das Urteil der Experten immerhin „Halten“. Nur vier Analysten raten zum Kauf der Aktie. Brandaktuell ist die Empfehlung aus dem Hause HSBC, das Papier überzugewichten. Das Kursziel liegt bei 1,90 Euro. Damit hebt sich HSBC deutlich vom Konsens ab: Im Schnitt liegt das Kursziel nämlich nur bei 1,39 Euro – und damit mehr oder weniger beim aktuellen Kurs der Aktie.

Kommentare (3)

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10.12.2012, 20:11 Uhr

mondahu führt da ein kleines Depot für das Sparschwein seiner Tochter. Nichts besonderes, nur vier Werte, die seit Jahresbeginn nicht bewegt wurden (BASF, BMW, Linde, MDAX), also in den Augen des HB hochspekulativ.
Jahresergebnis bisher +16.36 %, Ergebnis seit dem 5.11.2012 +4.2 %.
Viel Glück, Frau Schwarzer!

Account gelöscht!

10.12.2012, 22:17 Uhr

Respekt! ich geb das mal an unsere Portfoliomanager weiter.

Adolf

11.12.2012, 06:00 Uhr

Endlich können sich deutsch-national-prolete wieder die Finger mit Beschimpfungen wund schreiben.
Das war hier im HB so langweilig ohne Berlusconi!

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