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19.09.2013

20:35 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Bernanke überrascht die Börsen

Die Fed pumpt weiter Milliarden in den Markt. Weltweit zeigen sich Börsianer überrascht. Auch unsere Redakteure reiben sich verwundert die Augen. Verzockt Bernanke damit seinen letzten Rest an Glaubwürdigkeit?

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

„Fed-Chef Bernanke wird den Teufel tun und riskieren, dass die Hausse, die er jahrelang regelrecht erzwungen hat, jetzt in einen Absturz mündet.“ Das habe ich am 14. Juni dieses Jahres geschrieben. Damals spielten die Finanzmärkte seit Tagen verrückt, nachdem die US-Notenbank völlig überraschend angedeutet hatte, im Herbst die geldpolitische Wende einleiten zu wollen.

„Ein allzu abruptes Ende der Liquiditätsflut - das diese Bezeichnung auch verdient - hätte nicht nur verheerende Folgen für die Aktienmärkte, sondern auch für die weltweit größte Volkswirtschaft“, so meine Argumentation damals. Hintergrund: Steigende Aktienkurse hatten zuvor maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die US-Bürger reicher fühlen, mehr konsumieren und die Wirtschaft nach und nach wieder in Schwung kommt.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Deswegen habe ich damals massiv auf eine Erholung an den Börsen gesetzt und in fallende Kurse hineingekauft. Dass die Gelddruckerei jetzt allerdings nicht einmal symbolisch gedrosselt wird, überrascht mich dennoch. Verzockt Bernanke damit doch den letzten Rest Glaubwürdigkeit, den die US-Zentralbank nach dem geldpolitischen Verbanquespiel der vergangenen Jahre noch besitzt.

Zuletzt hatte praktisch jeder damit gerechnet, dass zumindest ein behutsamer Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik erfolgen müsste: Bei der letzten Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen vor der entscheidenden Fed-Sitzung am Mittwoch waren 33 von 64 Experten davon ausgegangen, dass die monatlichen Anleihekäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar um bis zu fünf Milliarden reduziert werden – 31 hatten sogar eine Rückführung um zehn Milliarden oder mehr erwartet.

 Stattdessen rotieren die Notenpressen genauso ungehemmt weiter wie bisher. Wenn Ben Bernanke jetzt trotzdem tönt, Geldpolitik müsse so transparent wie möglich sein, dann kann man daraus nur schlussfolgern: Entweder die Kommunikationspolitik der Fed ist - diplomatisch ausgedrückt – „stark verbesserungsfähig“. Oder aber die Verwirrung der Märkte geschieht vorsätzlich. Ein mögliches Motiv: Wenn die Preise für Vermögenswerte wie Aktien zu steil und zu lange ununterbrochen steigen, dann könnte das – ähnlich wie Gold – als Indikator für rapide Geldentwertung interpretiert werden...

Kommentare (2)

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Frank3

19.09.2013, 21:56 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=kcjQEoC5Gz0&feature=player_embedded
Unternehmen Dreizack - Gedankenpolizei (Big Brother Is Watching

Hilft euch DOCH ODER ?

Freidenker

19.09.2013, 22:02 Uhr

Dazu gibts eine schönes Bild

http://whatreallyhappened.com/IMAGES/SMALL_QEcartoon.jpg

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