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22.09.2013

13:20 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Bin ich zu vorsichtig?“

Der Dax hat kräftig zugelegt. So kräftig, dass es unseren Portfoliomanagern langsam mulmig wird. Auch in der kommenden Woche bleibt es spannend: In den USA beginnt die Aufführung der nächsten Schmierenkomödie.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Ich zähle zu den Skeptikern unter den deutschen Investoren. Und weil ich wohl derzeit nicht die einzige bin, die den starken Kursgewinnen der vergangenen Wochen misstrauisch gegenüber steht, rechnen Börsianer auch weiter mit steigenden Aktienkursen. Warum? Weil jemand wie ich nicht sein ganzes Geld ausgibt, sondern einen Teil zurückhält.

„Das skeptische Sentiment spricht dafür, dass Nachkäufe zu erwarten sind“, prognostiziert deswegen LBBW-Analyst Berndt Fernow. „Noch in diesem Jahr dürfte der Dax daher die nächste Tausendermarke in Angriff nehmen.“ Der deutsche Aktienmarkt werde Ende des Jahres bei 9000 Punkten notieren. Bisher hatte die Bank einen Stand von 8500 Zählern erwartet.

 

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Den Anstieg dürften seiner Einschätzung nach drei Faktoren befeuern: bessere Aussichten für die Konjunktur, die Großzügigkeit der Notenbanken und die Suche der institutionellen Investoren nach lukrativen Anlagen. Schon die Konjunkturdaten zu Wochenbeginn – es werden heute Einkaufsmanagerindizes aus Europa, Deutschland und Frankreich veröffentlicht – dürften diese positive Einschätzung untermauern, sagt er.

Bin ich tatsächlich zu vorsichtig? Sollte ich wirklich mehr investieren? Bisher bin ich mit meiner Strategie nicht schlecht gefahren. Aber klar: Eine höhere Rendite ist nicht zu verachten – aber eben auch riskanter.

Kommentare (3)

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22.09.2013, 16:00 Uhr

Vergesst die FED. Egal was die machen, es ist bereits seit Juni alles eingepreist.
Die US Konjunktur zieht an, die Konjunktur in EU ebenfalls und die Schwellenländer haben ihren Tiefpunkt erreicht. Einzige Frage, die bleibt: wer zieht am besten. Mein Tipp: Peripherie-Europa vor Schwellenländern.
20% Cash, 80% Aktien geht gut.

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22.09.2013, 18:16 Uhr

Ihr Optimismus in allen Ehren und was sagt Ihre Glaskugel zur ungelösten Eurokrise, dem US-Schuldenstreit, geopolitischen Unruhen im Nahen Osten? Alles eingepreist. Eins ist sicher, der Markt hat immer recht.

Account gelöscht!

22.09.2013, 19:02 Uhr

Und was bitte ist an Ihren Themen neu - mal Syrien aussen vor?
Alles seit mindestens 2 Jahren bekannt.
Man kauft nie auf dem Höchststand, sondern wenn die Kanonen donnern: Peripherie-Europa und ein paar Schwellenländer. Mal geschaut, wie einige französischen Titel abgehen? Das ist definitiv noch lange nicht am Ende. Peugeot, Faurecia und Co haben enorm Spaß gemacht. Es gibt heute aber bessere...ist sehr, sehr einfach...fast wie im März 2009.

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