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25.07.2013

18:00 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Bisher geht die Strategie auf"

Georgios Kokologiannis fährt in seinem Depot saftige Gewinne ein. Jürgen Röder setzt bei seiner Anlage lieber auf neue Finanzprodukte. Und Kerstin Leitel kommt zu dem Schluss, dass Anleger immer anspruchsvoller werden.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Bis zu zehn Prozent Ertrag in etwa einem Monat habe ich bisher mit meinen Sprint-Zertifikaten auf den Euro Stoxx 50 erzielt (WKN: VTA69N). Der Aktienindex ist noch höher als erwartet gestiegen. Davon profitieren die Papiere doppelt.

Oberhalb von 2  662 Punkten schalten sie den Turbo ein: Indexgewinne darüber werden in meinem Depot um den Faktor zwei gehebelt. So, als ob ich auf einen Schlag plötzlich doppelt so viele Anteile am Leitindex besäße. Der Clou: Fällt der Stoxx wieder unter die Sprint-Schwelle zurück, dann verschwinden meine „imaginären“ Extra-Anteile wieder aus dem Portfolio  – an Verlusten werde ich nicht überproportional beteiligt. Im Gegenzug profitiere ich von steigenden Indexständen maximal bis zur Marke von 2 918 Zählern.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Diese Zertifikate dienen dazu, meine eher auf Verlustvermeidung ausgerichtete Zusammensetzung des Portfolios abzurunden. Hintergrund: Mein oberstes Anlageziel ist es, auf lange Sicht eine Gesamtrendite von im Schnitt sechs bis acht Prozent zu erreichen – und zwar möglichst nervenschonend. Da ich kurzfristig weiterhin eher eine schwankungsstarke Seitwärtsbewegung an den Börsen ausgehe, habe ich einen Großteil der Einzelaktien sowie Anleihen verkauft und gegen defensivere Anlagepapiere eingetauscht: Spezielle Discount- und Bonuszertifikate. Diese werfen selbst dann zwischen sechs und zwölf Prozent Rendite ab, wenn Dax und Co. mal längere Zeit nicht richtig vom Fleck kommen oder sogar etwas fallen.

Mit dieser Ausrichtung meines Portfolios konnte ich den Benchmark-Index der Musterdepots „Stoxx 50“ deutlich abhängen, seitdem ich das Portfolio Anfang Juni übernommen habe.  Mit der Konzentration auf defensive Anlageinstrumente sind die erzielbaren Gewinne allerding teilweise eng begrenzt. Mit den Sprintzertifikaten verhindere ich, dass mein Depot abgehängt wird, wenn es doch mal unerwartet kräftig nach oben geht am Aktienmarkt – so wie zuletzt: Die gehebelten Gewinne der Sprinter kompensieren in solch einem Szenario einen Teil der entgangenen Erträge bei den defensiven Discountern und Bonuspapieren. Bisher geht die Strategie auf.

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