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24.04.2013

20:04 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Börse befindet sich im Endstadium ihres Zyklus'“

Die Maßnahmen der Notenbanken stoßen langsam an ihre Grenzen. Für Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe stellt sich die Frage: Investiert bleiben und Dividenden abgreifen oder aussteigen?

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Die Bestellungen „dauerhafter Wirtschaftsgüter“ in den USA lagen deutlich niedriger, als Experten erwartet hatten. Das heißt: Die Anzeichen dafür, dass die Erholung der amerikanischen Wirtschaft nur wenig Schwung hat, verdichten sich. Der Versuch der US-Notenbank, mit einer leichten Geldpolitik die Nachfrage anzukurbeln, stößt offenbar an seine Grenzen. Und die automatischen Kürzungen im US-Haushalt zeigen vielleicht doch etwas mehr Wirkung als gedacht. Alles das spricht dafür, dass sich auch die Börse im Endstadium ihres Zyklus’ befindet. Und damit stellt sich die Frage: Rausgehen und Gewinne realisieren oder drinbleiben und sich von Dividenden ernähren? Die zweite Version ist wahrscheinlich ohne zwischenzeitlich wenig erfreuliche Depotstände nicht zu haben.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Damit stellt sich die Frage nach der grundsätzlichen Taktik des Depots: Liegen lassen oder nicht? Eigentlich würde der Ansatz, vernünftig bewertete Aktien zu kaufen und auf Dividenden zu setzen, eher dazu passen, die Papiere liegen zu lassen, statt hektisch zu handeln und damit möglicherweise mehr Schaden als Nutzen anzurechnen.

Die vergangenen Jahre haben aber gezeigt, dass häufig der große Börsentrend von Geldpolitik oder Blasen bestimmt war und wenig mit den Unternehmensgewinnen zu tun hatte. Die Schwankungen waren mitunter einfach zu groß um sie auszusitzen. Daher wird es wohl auf einen gemischten, pragmatischen Ansatz hinauslaufen.

Kommentare (5)

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investmentlegende

24.04.2013, 20:44 Uhr

Also das die EZB die Zinsen weiter senkt,diesen Zahn können sich die Anleger gleich ziehen.Die "Südländer" finanzieren sich wieder gut am Kapitalmarkt,darum ist eine weitere Senkung unnötig,im Gegenteil in Bälde wird das Gegenteil passieren.

Account gelöscht!

24.04.2013, 23:03 Uhr

Das ist doch Klasse, wenn Jessica Schwarzer es schafft, ihr spekulatives Depot immer wieder auf die Null-Performance zurück zu bringen "durch eine breite Streuung". Entweder von oben nach unten oder von unten nach oben. So muss Börse. Andere spielen zu Hause mit den Kindern Monopoly. So muss Unterhaltung. Semper idem!

keep_it_simple

25.04.2013, 08:59 Uhr

Ich bleibe dabei. Die drei Redakteure zeigen wunderbar auf "wie man es nicht machen sollte".

Die heute geschilderten Überlegungen zum Verkauf sind doch genau dass, was die Finanzwelt uns eintrichtern möchte. Möglichst oft handeln. Kaufen, verkaufen, kaufen, verkaufen. Am buy-and-hold verdient doch keiner was (ausser der Anleger selbst natürlich).

Markettiming funktioniert nicht. Keiner ist (auf Dauer, Glückstreffer ausgenommen) schlauer als der Markt. Strategie festlegen, 100% dabei bleiben, regelmäßig nachkaufen/investieren. That's it.

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