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20.12.2012

20:06 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Börsen im Bann des Etat-Streits

Die Furcht vor der Fiskalklippe sorgt bei vielen Börsianern für Zurückhaltung. Unsere Redakteure halten sich deshalb mit neuen Positionen zurück und blicken auf ihren bis dato schwächsten Wert im Depot.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Erinnern Sie sich an einen meiner ersten Käufe, den ETF auf den S&P-Index? Vermutlich nicht – und auch ich würde das Papier liebend gern vergessen. Denn anders als die anderen Titel in meinem Depot hält sich der iShares S&P 500 hartnäckig im Minus. Der US-Index hat im vierten Quartal zwar ebenfalls verloren, doch letztlich ist der Euro schuld: Weil er aufwertete, fällt das Minus bei meinem Papier größer aus als beim Index selbst.

Deswegen stelle ich mir seit Tagen die Frage: Aussteigen oder durchhalten? Privatanleger machen ja oft den Fehler, zu lange an Verlustbringern festzuhalten. Und richtig gut sind die Perspektiven für den US-Markt zumindest kurzfristig mit dem Fiscal Cliff nicht. Immer wieder heißt es, dass die Verhandlungen Fortschritte machen – und dann doch nicht.

Das Hickhack zehrt vielen Börsianern an den Nerven, und für die Kurse ist es auch nicht gut. Langfristig erwarten die meisten Experten, dass sich die US-Politiker einigen. Aber für mich bleibt dann noch immer die Frage, ob mir der Euro einen Strich durch die Rechnung macht. Mein Fazit lautet daher: Das Papier muss sich bald bewähren, sonst fliegt es raus.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Kommentare (2)

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HBLeser

21.12.2012, 16:49 Uhr

Liebes Handelsblatt,

Weihnachten ist ja immer auch ein bißchen "Wünsch-Dir-was".

Und ich wünsche mir, dass diese sinnfreie Rubrik möglichst bald eingestellt wird, so dass die drei Redakteure ihre Zeit & Energie wieder für sinnvollere Beiträge einsetzen können und der freie redaktionelle Platz ebenfalls an den Bedürfnissen der Leser orientiert genutzt wird.

Für die Profis unter den Lesern ist diese Rubrik eher eine tägliche Belustigung. Der informierte, selbstbestimmte Anleger hat genug andere Quellen und der noch unerfahrene Leser/Anleger bräuchte mehr Basiswissen.

Für das neue Jahr Ihnen alles Gute & den Mut, sich trotz Anzeigenplatzverkaufs- und Auflagendrucks wieder etwas mehr an den Bedürfnissen der Leserschaft auszurichten.

Jens_Heimann

21.12.2012, 20:21 Uhr

@HBLeser.
Ich hingegen freue mich jeden Tag auf diesen Beitrag,um meine Tagesergebnisse mit denen der Redakteure zu
vergleichen. Ich befasse mich seit Jahrzehnten mit Aktien.
Ob ich mich nun als "Profi" unter den Lesern sehe oder nicht
ist mir bei dem Spaß eigentlich egal.

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