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11.02.2014

18:35 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Börsen sind Wetten auf die Zentralbankpolitik“

Die Welt blickte auf Janet Yellen: Am Nachmittag hat die neue Fed-Chefin das erste Mal vor dem Kongress gesprochen. Auch zwei unserer Autoren interessiert, was sie zu sagen hat. Indes schaut Daniel Hupfer auf Europa.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Am vergangenen Freitag hat das Bundesverfassungsgericht die Klage gegen das EZB-Rettungsprogramm OMT an den Europäischen Gerichtshof weitergegeben. Interessant ist die Begründung zu diesem Vorgang. Aus dieser geht hervor, dass das deutsche Verfassungsgericht den Standpunkt vertritt, dass das OMT nicht mit europäischem Recht vereinbar ist, da der Ankauf von (Krisen-)Staatsanleihen als wirtschaftspolitische Maßnahme gewertet wird.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In der Vergangenheit hätten die Kapitalmärkte auf diese Nachricht hin wohl mit spürbaren Verkäufen von südeuropäischen Staatsanleihen reagiert. Nicht aber so in den letzten Tagen. Die Aufschläge auf die Staatsanleihen dieser Länder haben sich nicht oder nur geringfügig verändert. Dafür kann es aus meiner Sicht zwei Gründe geben. Entweder erwarten die Kapitalmarkteilnehmer, dass der EuGH zugunsten des OMT urteilen wird oder dass das OMT als Rettungsmaßnahme nicht gebraucht wird. Vor dem Hintergrund dieser Reaktion haben wir Anleihen von Portugal und Spanien erworben.

Die Risikoaufschläge portugiesischer Anleihen zählen neben denen Griechenlands zu den höchsten Aufschlägen im Vergleich europäischer Staatsanleihen. Diese haben sich aber in den letzten Monaten deutlich verringert. So reduzierten sich die Aufschläge einer fünfjährigen Anleihe seit September letzten Jahres um circa 300 auf aktuell 260 Basispunkte. Die gleiche Tendenz gilt für spanische Anleihen. Allerdings sind Aufschläge aufgrund des besseren Ratings des Landes von 240 auf 130 Basispunkte in der gleichen Zeit gesunken. Die Erwartung an diese Anleihen ist weniger ein weiterer Rückgang der Risikoaufschläge als vielmehr die Erzielung einer attraktiveren Rendite durch höherer Zinsen.

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