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07.11.2012

09:45 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Börsianer strafen SAP ab

Der Softwarekonzern SAP baut um: Künftig soll es nur noch eine Führungsspitze geben. Börsianer zeigen sich misstrauisch. Die Aktie fällt. Kerstin Leitel bleibt dennoch investiert - aus guten Gründen.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Meine SAP-Aktie macht mir derzeit keine große Freude, ständig kommen neue Nachrichten, die die Aktie unter Druck setzen. Nun auch noch das: Überraschend wurde mitgeteilt, dass die derzeitige CEO-Doppelspitze im kommenden Jahr beendet wird. Bill McDermott wird allein verantwortlicher Vorstandsvorsitzender, Co-CEO Jim Hagemann Snabe wechselt nach der Hauptversammlung im Mai 2014 in den Aufsichtsrat.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Börsianer zeigten sich misstrauisch und verkauften, die Aktie fiel erneut zurück. Doch müssen hinter diesem Schritt tatsächlich schlechte Nachrichten aus Sicht der Aktionäre stecken? Hagemann Snabe  selbst erklärte dazu, nach über 20 Jahren bei SAP einen neuen beruflichen Lebensabschnitt zu beginnen, der es ihm erlaube, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Das kann vieles heißen.

Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank sieht das jedoch nicht kritisch für die Aktionäre. „Da Jim Hagemann Snabe in den Aufsichtsrat wechselt, erwarten wir keinen Strategiewechsel“, erklärte er in einer ersten Einschätzung. Er verweist darauf, dass die Aktie – die von vielen Börsianern immer wieder als überteuert bezeichnet wird - seit Mai deutlich an Wert verloren habe. “Wir raten zum Kauf der Aktie auf diesem Kursniveau“, schlussfolgert Schnitzer. Also bleibe ich investiert.

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