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05.09.2013

20:09 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Crash-Prognosen haben derzeit Konjunktur"

Börsenpessimisten malen sich Horrorszenarien aus: Kursverluste von mindestens 20 Prozent bis Ende Dezember an der Wall Street. Georgios Kokologiannis hält dies für Angstmacherei. Die Daten sprechen für steigende Kurse.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Crash-Prognosen haben derzeit Konjunktur. Vorläufiger Höhepunkt: Die aktuelle Warnung des Strategen Albert Edwards von der Société Générale vor einem Kollaps des US-Aktienindexes S&P 500 auf ein Drittel seines Wertes.

In die Reihe prominenter Schwarzmaler eingereiht hatte sich zuvor bereits der Schweizer Börsenguru Marc Faber, der an der Wall Street bis Ende Dezember Kursverluste von mindestens 20 Prozent erwartet und sich an das Crash-Jahr 1987 erinnert sieht - genauso wie zum Beispiel auch der bekannte Rohstoffexperte Jim Rogers.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Trotz drohender US-Zinswende, einer möglichen Eskalation der Lage in Syrien, Währungsproblemen in den Schwellenländern und weiteren Risiken glaube ich vor allem aus zwei Gründen nicht an diese Horrorszenarien: Erstens tragen gerade solche immer wieder mahnenden Stimmen dazu bei, dass Euphorie an den Aktienmärkten garnicht erst aufkommt. Und zweitens fehlt es anders als vor 26 Jahren schlicht an Anlagealternativen zu Dividendenpapieren: So lag damals beispielsweise die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fast viermal so hoch wie heute – die deutsche Umlaufrendite ebenfalls.

Das schützt zwar nicht vor zwischenzeitlichen Rücksetzern am Markt – bei einem kräftigeren Kursrutsch dürften aber viele Anleger rasch wieder als Käufer auftreten, die weiterhin händeringend nach Investmentmöglichkeiten für brachliegendes Kapital suchen.

Kommentare (1)

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Brain_Storm

05.09.2013, 22:28 Uhr

Kerstin Leitel:
"Über zwei Dinge bin ich froh: Zum einen, dass es mittlerweile wieder eine solche Auswahl guter Aktien gibt, durch die schwächere Indexmitglieder zwangsläufig rausfallen."

Ich nehme diesen Satz mal als Aufhänger für ein Problem, das mich beschäftigt:

Es wird ja immer, auch von schwergewichtigen Profis wie
damals Peter Lynch etc., damit für Aktien geworben, weil sich herausgestellt habe, dass Aktien, trotz aller Rückschläge, letztlich langfristig immer steigen.
Früher geisterte mal die Zahl 11% herum, in neuerer Zeit
6,8%.

Ich glaube eher, dass einfach nur Indizes ständig steigen, weil ja, wie gesagt, "schwächere Indexmitglieder zwangsläufig rausfallen."

Meine Meinung verfestigt sich immer mehr, dass dies der
EINZIGE Grund für "stetig steigende Aktienkurse" ist.

Wie sollte es anders sein?
Jedes Unternehmen endet mal, und sein Aktienkurs damit bei null.
Die GESAMTHEIT der Anleger kann an den Kursen selbst
deshalb wohl gar nicht gewinnen, nur jeder kann mal
Kasse machen. Aber der Gewinn des einen ist IMMER irgendwann der Verlust eines anderen, und wenn es erst in 50 Jahren soweit ist.

Kein Wunder also, dass Fondsmanager in ihrer Gesamtheit
auch nicht beeindrucken können.

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