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12.12.2012

19:04 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Der Spielraum für die Börsen wird kleiner

Die Kurse steigen auch am Mittwoch. Noch immer gibt es Anleger, die Aktien kaufen wollen. Frank Wiebe rät allerdings zur Vorsicht. Das Potenzial deutscher Papiere könnte bald ausgeschöpft sein.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Banken müssen optimistisch sein, sonst können sie keine Aktien verkaufen. Deswegen passiert es ganz selten, dass am Jahresende der Ausblick auf das kommende Jahr wirklich negativ ausfällt. Auf der anderen Seite: Irgendwie möchte man ja schon wissen, wie die großen Investoren die Lage einschätzen und was sie ihren Kunden raten - man muss es nur mit der nötigen Vorsicht genießen.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Bank of America hat sich jetzt zum Beispiel optimistisch geäußert. Sie glaubt, dass die Amerikaner und die Europäer ihre Probleme in den Griff bekommen und China auch weiter gedeiht. Daraus leitet sie für den S&P 500 einen Anstieg auf 1600 Punkte im kommenden Jahr ab - das wäre ein neues Hoch.

Das ausgewogene Depot: Für die Großansicht bitte klicken.

Das ausgewogene Depot: Für die Großansicht bitte klicken.

An dieser Stelle lohnt aber auch der Blick zurück: Der Dax, also die deutsche Aktienbörse, hat sich 2012 bisher im Vergleich zu anderen Indizes recht gut geschlagen. Das heißt aber auch: Im kommenden Jahr ist möglicherweise der Spielraum etwas kleiner. Das spricht dafür, ein Aktiendepot nicht zu sehr auf deutsche Werte zu konzentrieren.

Kommentare (1)

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12.12.2012, 21:52 Uhr

Danke und jetzt noch fundamental.

Auf diesem Planeten steht unglaublich viel Geld zur Anlage bereit. Nach meiner Auffassung zeugt diese Riesenmenge von einer Überakkumulation an Kapital und ist systemisch ein Krisenzeichen.

Das überschüssige Kapital, das keine Anlage findet und nur die Allokation durcheinander bringt, müsste eigentlich durch Bankrott ausgeschieden werden. Das geschieht aber nicht, weil die Staaten es unter dem Druck der großen Kapitalanleger nicht zulassen.

So wandert das anzulegende Geld in Staatsanleihen und Sparanlagen, deren Ertrag unter der Inflationsrate liegt; in Immobilien, die ihre Kapitalkosten nie verdienen werden; in Gold und andere Rohstoffe, die nur für den Glückspilz ein todsicherer Hafen sind, dem es schon mal gelungen ist, mit einem Abrieb Gold einen Hamburger zu kaufen.

Das heißt, die Auscheidung überschüssigen Kapitals findet zwar nicht durch offenen Bankrott statt, aber unter der Hand doch.

Und jetzt die Aktien. Bei Aktien gibt es unvermeidlicher Weise das gleiche Spiel, es ist für die Anleger aber nicht annähernd so unerfreulich wie bei den anderen o. a. Anlageklassen.

Bei seriösen Unternehmen, die es in Deutschland im Dutzend und international zu Hunderten gibt, wird die Dividende auch 2013 ausreichen, das vorgeschossene Kapital inflationssicher zu verzinsen, ja, sogar mehr als das.

Deshalb kaufen versierte Anleger Aktien. Wenn noch ein paar mehr Geldbesitzer die Zeichen der Zeit erkennen, werden zusätzliche Aktienkäufe zwar die Kurse steigen und die Dividenden sinken lassen, aber die Dividenden werden immer noch über den Zinssätzen bei Festgeld liegen -- und steigende Kurse sind ja auch nicht übel, oder?

Also, wer klug ist, macht nichts verkehrt durch den Kauf von Aktien seriöser Unternehmen. Und glaubt einen Analysten-Quark ganz und gar nicht: dass die Telekomaktien dieser Welt langweilig seien. Das sagen hinterlistige Kerle, die sich den Ruhestand mit diesem Stoff statt mit Riester sichern.

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