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07.03.2013

18:35 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Die Börse als Glücksspiel

Die jüngste Börsen-Rally beschert unseren Redakteuren ein kräftiges Depotplus. Frank Wiebe denkt bereits über Teilverkäufe nach. Denn der Zug für neue Investments ist aus seiner Sicht bereits abgefahren.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Der Börsenboom lässt mein Depot mittlerweile, gemessen am investierten Volumen und an den Kurssteigerungen, auf ein Plus von acht Prozent zu laufen. Bank of America allein hat schon rund ein Viertel zugelegt. Und wirklich unter Wasser ist nur Vodafone. Hätte ich vielleicht doch Hedgefonds-Manager statt Journalist werden sollen?

Natürlich hatte ich vor allem Glück (wie viele Hedgefonds-Manager auch). Wenn die Aktien steigen, und in den USA tun sie das besonders gut zurzeit, dann ist es nicht schwer Geld zu verdienen. Das Problem ist allerdings: Wenn die Kurse schon so hoch gelaufen sind, was soll ich dann noch zukaufen?

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Oder ist es vielleicht sogar schon Zeit, die eine oder andere Aktie abzustoßen? Diese Entscheidung werde ich noch etwas aufschieben. Eigentlich wollte ich viel stärker auch in Anleihen investieren - es soll sich ja um ein ausgewogenes Depot handeln. Aber die niedrigen Zinsen, selbst für Papiere mit etwas höherem Risiko, haben mich davon abgehalten.

Wenn man die Papiere wirklich langfristig hält, stellt sich mittlerweile die Frage, ob Aktien oder Anleihen das höhere Risiko beinhalten. Denn bei Anleihen kann ein kleiner Kursrutsch die Minirendite sehr schnell ganz verschwinden lassen. Umgekehrt kann bei Aktien, die wenigstens eine vernünftige Dividendenrendite bieten, Kursschwächen manchmal ganz gut einfach aussitzen.

Kommentare (1)

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JHeimann

08.03.2013, 10:01 Uhr

Korrekter wäre es, hier nicht das tatsächlich investierte Kapital, sondern das zur Verfügung stehende, also 100.000€ als Maßstab zu nehmen.
Dann schrumpfen die 8% etwas.

In aller Bescheidenheit darf ich vielleicht erwähnen,
dass ich mit einem praktisch zur gleichen Zeit begonnen
Konto, auch unter Berücksichtigung der Transaktionskosten,
inzwischen schon bei 17 % angekommen bin.
Das Konto enthält nur HDAX-Werte.
Das simple Erwerbsprinzip der einzelnen Titel war im Grunde: Teuer einkaufen.
Maßstab war ein selbtgebasteltes System relativer Stärke
innerhalb des HDAX und der ungefähr wöchentliche Verkauf
des jeweils schwächsten Titels im Portfolio.

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