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16.04.2013

19:11 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Die Börsenparty kann weitergehen

Aufatmen an den internationalen Börsen: Die US-Inflation bleibt weiter stabil. Die Geldflut durch die US-Notenbank kann damit fortgesetzt werden. Ist es also Zeit für die nächste Runde der internationalen Börsenrally?

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Die Börsen sind schnelllebig. Am Montag verzeichneten sie in den USA nach schwachen Daten aus China und den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon noch den größten Tagesverlust in diesem Jahr – am Dienstag konzentrierten sie sich auf positivere Konjunkturdaten vom US-Immobilienmarkt, die höher als erwartete US-Industrieproduktion im ersten Quartal und die überraschend guten Zahlen von Goldman Sachs. Alles zusammen zog die Wall Street bereits im frühen Handel  nach oben, und das hilft auch meinem Depot.

Wichtig ist dabei, dass nach den ebenfalls am Dienstag veröffentlichten US-Konjunkturdaten Inflation in den USA aktuell kein Thema ist. So stieg die Teuerungsrate im März aufs Jahr hochgerechnet um nur 1,5 Prozent, nachdem sie im Februar noch um zwei Prozent angezogen hatte.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In der für die US-Notenbank Federal Reserve wichtigen Kernrate – also ohne die stark schwankenden Komponenten Energie und Lebensmittel ­ stieg die Inflation zwar um 1,9 Prozent, doch auch das  ist noch nicht besorgniserregend. 

Entscheidend sind die Zahlen deshalb, weil sie bedeuten,  dass die  US-Notenbank Fed unverändert an ihren Anleihekäufen festhalten kann. Und die Käufe der Fed, die monatlich amerikanische Staatsanleihen und Hypothekenpapiere über insgesamt 85 Milliarden Dollar aus dem Markt nimmt, sind wichtig, dafür, dass auch die anderen Märkte weiter steigen können.

Kommentare (5)

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investmentlegende

16.04.2013, 19:40 Uhr

Der Optimismus ist viel zu hoch,das bedeutet die Mehrheit der Anleger ist schon investiert,da geht nicht mehr viel im Dow.Im DAX sowieso nicht,da seit Jahresanfang nur noch Seitwärtstendenz.

Solid_Investor

16.04.2013, 20:14 Uhr

Sehe ich im Prinzip ähnlich. Allerdings scheint es noch ausreichend Gelder zu geben, die bei den "Rückschlägen" einsteigen bzw. ausgewählt zukaufen. Gerade im Dow sieht man ja, dass es gerade einzelne Werte sind wie JNJ, PG & KO, die stabil steigen. Die ersten Quartalsergebnisse sehen auch nicht schlecht aus und Dividenden werden angehoben, was zumindest einige Anleihenanleger beim aktuellen Zinsumfeld als Alternative sehen.

Schaun wir mal, vielleicht sehen wir nach den Rücksetzern doch bald die 15000 im Dow.

Account gelöscht!

17.04.2013, 11:05 Uhr

Und täglich grüsst das Murmeltier. In jedem Depot jeden Tag ein kleines bisschen Minus. Vor 4 - 5 Wochen verkauft, wären alle King gewesen. Aber heute wird immer auf's Neue gebetsmühlenartig behauptet: Die Party gehe weiter. Dax 9000 oder 10000, Dow 15.000. Jeder Charttechniker weiss, wenn die Kurse immer wieder oben nur anklopfen, geht's bald nach unten. Und meist ist der Zeitpunkt, wo alle die hohen Kurse immer wieder bejubeln, ein fantastischer Zeitpunkt, Gewinne einzustreichen. Wer sein Depot mit Stoplimits pflegt, hat's halt schon längst gemerkt, die dümmeren Schafe strömen immer aufs Neue auf die abgeweidete Wiese. Bon apetit!

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