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10.03.2013

12:37 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Die Fed tut nichts, was die Wirtschaft bremst

Wie aussagekräftig ist der US-Arbeitsmarktbericht? Daran scheiden sich die Geister. Sicher ist: Die Fed wird weiter Geld drucken. Doch Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe fragt sich, wie es langfristig weitergeht.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Am Freitag passte für den US-Aktienmarkt wieder alles zusammen. Die Arbeitslosigkeit ist auf 7,7 Prozent gesunken, und so niedrig war sie schon lange nicht mehr. Daten über Lohnzahlungen waren ebenfalls positiv. Und weil die US-Notenbank (Fed) vorher mehrfach deutlich gemacht, dass die Daten noch weitaus besser werden müssten, bis sie ihre lockere Geldpolitik zurückfährt, hat auch niemand Angst, dass gute Daten zu höheren Zinsen führen. Entsprechend positiv gestimmt startete die Börse.

Diskussionen gibt es allenfalls darüber, wie viel die Arbeitslosenrate tatsächlich aussagt. Offenbar hat die Zahl der Amerikaner zuletzt etwas zugenommen, die gar keinen Job mehr suchen, die also aufgegeben haben. Die fallen aus der Statistik heraus und sorgen so mit dafür, dass die Quote gut aussieht. Aber diese Einschränkung bestärkt nur die Position der Fed, vorerst nichts zu tun, was die Wirtschaft bremsen könnte.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Während kurzfristig das Bild also klar ist, gibt es doch mehr und mehr die Sorge, die langfristige Folge der lockeren Geldpolitik könnte Inflation sein. Oder genauer gesagt: Das Zusammenspiel von Staatsverschuldung und lockerer Geldpolitik könnte dazu führen. Denn wenn Amerika sein Schuldenproblem nicht in den Griff bekommt, könnten irgendwann die Zinsen für Staatspapiere anziehen, weil die Investoren sie nur noch zögerlich kaufen.

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Und dann gibt es nur zwei Wege, die beide zu keinem guten Ziel führen. Entweder die Zinsen steigen eben, und die Verschuldung beschleunigt sich noch wegen der hohen Zinsen. Oder die Notenbank muss immer mehr Geld drucken, um das Problem zu lösen - und hat immer weniger die Möglichkeit, auf die Preisentwicklung zu achten.

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