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28.02.2013

20:06 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Die Gier ist wieder da!

Die letzten zwei Tage an der Börse haben eines gezeigt: Die Gier ist wieder da! Ein neues Barometer warnt aber bereits vor verfrühter Euphorie. Unsere Redakteure halten deswegen weiter die Füße still.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Marketwatch.com beschäftigt sich mit einer netten Erfindung: einem „Greedometer“, mit dem Jeff Seymour, ein Vermögensverwalter und Ex-Ingenieur, die Gier im Markt misst. Die Kennzahl setzt sich aus neun Komponenten zusammen – und sie schlägt gerade wieder nach oben aus, es droht also Gefahr. Insbesondere vier Punkte mahnen zur Vorsicht.

Die Schwankungen sind gering, der Markt wiegt sich also in Sicherheit. Firmeninsider verkaufen – sie wissen, dass ihre Aktien schon zu teuer sind. Analysten empfehlen einhellig Aktien – und das kommt ja meist zu spät. Und relativ viele Papiere werden auf Kredit gekauft – eine ganz gefährliche Entwicklung. Mich beunruhigt zusätzlich, dass die US-Märkte die Italien-Wahl so schnell weggesteckt haben.

Wirklich eine nette Erfindung, so ein Gier-Barometer. Die ganze Sache bestärkt mich in meiner Meinung, dass wir uns so langsam im Endstadium eines Börsenbooms befinden und nicht am Anfang einer großen Rotation, von der die Analysten zurzeit gerne reden. US-Notenbank-Chef Ben Bernanke hat diese Woche vor dem Senat gesagt, dass seiner Meinung nach Aktien noch zu hoch bewertet seien. Er deutete aber auch, das könne sich bei steigenden Zinsen ändern.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Gleichzeitig beruhigte er nach dem Motto „Wir steigen nicht so schnell aus aus einer großzügigen Geldpolitik“, was die Märkte ja auch angetrieben hat. Dann wieder sagte, im ganz „hypothetischen“ Fall, dass es doch wieder ernste Sorgen um den Zusammenhalt der Euro-Zone gäbe, würden die Märkte sicher sehr deutlich reagieren.

Was heißt das alles zusammengenommen? Ich würde sagen: Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, können die Märkte noch etwas weiterlaufen. Wenn es einen Grund für einen Stimmungswechsel gibt, könnte die Reaktion aber heftiger ausfallen, als viele einkalkuliert haben.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

28.02.2013, 22:08 Uhr

Sie versuchen die Zukunft vorher zu sehen. Das ist noch keinem Menschen dauerhaft gelungen.

Vielleicht sollten sie sich eine Stratagie für ihr Depot wählen, die von Vorhersagen unabhängig ist. Dann brauchen sie sich auch nicht so viele Gedanken über das Kaufen und Verkaufen und den Zeitpunkt machen ;-)

Account gelöscht!

01.03.2013, 08:36 Uhr

Das Bedürfnis, recht behalten zu wollen, verstellt oft den Blick auf die Realität. Gier frisst Hirn. Angst frisst Hirn. Und der Wunsch, es allen anderen zu zeigen, auch.

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