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19.02.2013

19:10 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Die ideale Buffett-Aktie?

Kerstin Leitel geht in die Offensive. Mit dem Kauf eines dänischen Pharmakonzerns vertraut unsere Redakteurin einem langjährigen Marktführer. Mit dem Kaufpreis ist sie aber alles andere als zufrieden.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Aktien großer, solider Unternehmen mit einleuchtendem Geschäftsmodell sind mittlerweile deutlich teurer als vor ein paar Monaten. Und so muss ich wohl oder übel teuer einkaufen - auf meinem Bargeld sitzen zu bleiben, ist schließlich keine Alternative. Jetzt habe ich mir 35 Novo-Nordisk-Aktien ins Depot gelegt.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der dänische Pharmakonzern ist Marktführer für die Herstellung von Insulin, das zur Behandlung von Diabetes eingesetzt wird. Vergangene Woche versetzte die US-Gesundheitsbehörde sowohl dem Unternehmen als auch dem Aktienkurs einen kräftigen Dämpfer, als sie sich gegen eine rasche Einführung eines neuen Diabetes-Medikaments aussprach.

Für die Genehmigung des neuen Insulins Tresiba müssten neue klinische Studien durchgeführt werden, um die möglichen Herzrisiken des Präparats einschätzen zu können, erklärte die FDA. Novo Nordisk setzte große Hoffnungen in das Mittel. Nun dürfte sich die US-Zulassung von Tresiba nach Einschätzung von Analysten aber mindestens bis 2015 verzögern.

Diese Nachricht sorgte verständlicherweise für einen heftigen Kursrutsch. Mittlerweile geht es aber wieder aufwärts. Somit habe ich die Aktie mit einem Abschlag bekommen - billig war sie bestimmt trotzdem nicht. Meine anderen Aktien haben zuletzt leicht zugelegt. Auch der Dax machte etwas Boden gut, nachdem der ZEW-Index unerwartet gut ausgefallen war. Aber die Investoren bleiben auf der Hut. Vor den Wahlen in Italien am Wochenende will sich keiner zu weit aus dem Fenster lehnen. Aber so lange es weiter stetig aufwärts geht, beschwere ich mich nicht.

 

Kommentare (1)

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Gmaxxx

20.02.2013, 04:06 Uhr

Sehr geehrte Frau Leitel,

es heisst eigentlich "Buy low,sell high "!

Novo is an einem 30- Jahreshoch angelangt aufgrund der in der Tat sehr guten Geschaeftsentwicklung.

Bedenken Sie aber,dass gute Unternehmen nicht automatisch gleichzusetzen sind mit guten Investments!

Sie laufen in der Herde mit und dem Kurs nach ( Behavioral Finance) in der Hoffnung " Buy high,sell higher".( Hatte Ihre Kollegin vor nicht zu langer Zeit nicht auch noch Apple ins Depot genommen aus aehnlicher Motivation heraus?!)

Lernen Sie von der Geschichte und orientieren Sie sich z.B. an Pfizer,einem erstklassigen Unternehmen mit ordentlicher Dividende,welches seine historischen Hochs von ca. 45$ nie wieder erreicht hat.

Novo kaufen auf diesem Niveau erachte ich als hochriskant.

Angesichts des heissgelaufenen Kurses sollten Sie Novo leerverkaufen.

Das einzige Risiko beim Shorten/Leerverkauf,vorrausgesetzt man shortet bei extrem hohem Preis, hat genug Geduld, Nerven und Liquidiatet, besteht darin,dass das geshortete Unternehmen beispielsweise von der Konkurrenz zu einem noch hoeheren Preis aufgekauft wird.

Dies ist bei Novos Marktapitalisierung von knapp 95 Milliarden Dollar sehr,sehr unwahrscheinlich und daher so gut wie ausgeschlossen.

Ergo ist konsequentes Shorten von Novo bei diesem Preisniveau der richtige Weg!

Shorten einzelner Werte ist in Europa selten moeglich soweit mir bekannt,aber Sie koennten das jederzeit an den US Boersen vornehmen.

Nur Mut !

In spaetestens ca. 6-18 Monaten sind Sie " in-the-money!" und werden es mir danken.

Jetzt sollten Sie und andere Investoren,sofern ich Sie ueberzeugen konnte, nur noch Ihren Gedanken Taten folgen lassen und zwar am besten mit eigenem Geld.

In plain English: Put your money where your mouth is!

Erfolgreiches Investieren!


Gmaxxx @ www.wikifolio.com

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