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16.05.2013

20:48 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Die Luft wird dünn“

Die Aktienmärkte kannten in den letzten Wochen nur eine Richtung: nach oben. Doch allmählich machen sich erste Ermüdungserscheinungen breit. Kerstin Leitel fragt sich bereits: Jetzt die ersten Gewinne mitnehmen?

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Der Höhenflug des Dax hat meinem Depot gutgetan, es ging aufwärts. Mein Spitzenreiter ist die Henkel-Aktie, die seit meinem Einstieg um über 25 Prozent gestiegen ist, gefolgt von Novartis mit einem Kursgewinne von 19 Prozent und Talanx mit einem Plus von 15 Prozent. Mein schwächster Zukauf ist Hugo Boss, wo ich nur rund zwei Prozent vorne liege.

Nun ist der Dax bei seinem Anstieg aber ins Stocken geraten, und ich ins Grübeln: Sollte ich, wie andere auch, Gewinne mitnehmen? Einfach alles - oder zumindest einiges - verkaufen? Ich habe schon erleben müssen, wie schnell nicht realisierte Gewinne dahinschmelzen können, bei Telefónica Deutschland oder VW beispielsweise.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Andererseits halte ich meine Titelauswahl für gut. Aber in dem Tempo wird es nicht weiter aufwärts gehen, davon bin ich überzeugt. Die Luft wird dünn. „Der Markt hat einen guten Lauf hinter sich. Eine Korrektur ist möglich, aber es gibt eine Unmenge an Liquidität, die bei Rückschlägen zum Kauf genutzt wird. Man muss kurz- bis mittelfristig einfach zuversichtlich für Aktien sein”, sagte David Hussey, Leiter europäische Aktien bei Manulife Asset Management in London zu Bloomberg.

Zuversichtlich bin ich – aber nicht kurzfristig gesehen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Dax es erst einmal schwer hat. Und da ist es ein verführerischer Gedanke, ein paar Gewinne mitzunehmen.

Kommentare (1)

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17.05.2013, 01:06 Uhr

Nichts beweist den Unsinn der Ratingagenturen besser als "ein Kratzer für Warren Buffet". Herunterstufung bei Barreserven von 54 Milliarden Dollar.

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