Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2013

18:57 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Die niedrigen Erwartungen wurden übertroffen

Die Depots der Handelsblatt-Redakteure legen zu. Das liegt an der gut anlaufenden US-Berichtsaison. Entgegen der Erwartungen überrascht der Aluminiumkonzern Alcoa mit glänzenden Zahlen.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Was treibt im Jahr 2013 die Kurse? Die Deutsche Bank USA hat darauf gleich zwei Antworten. Einmal geht sie davon aus, dass die Bewertungen, also die Kurs-Gewinnverhältnisse, der amerikanischen Aktien steigen werden, weil die Investoren wieder mehr Vertrauen gewinnen. Und zum zweiten rechnet sie mit weiter steigenden Ausschüttungen.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Schon 2012 sind die Dividenden der Unternehmen im S&P 500 um rund 20 Prozent gestiegen, für das laufende Jahr erwarten die Experten noch einmal zehn Prozent. Interessant ist aber auch, was sie nicht erwarten: stark steigende Gewinne. Ein wenig werden die noch zulegen, aber nicht mehr so wie 2012. Für mein Depot heißt das: weiter nach Aktien mit niedriger Bewertung und guter Ausschüttung suchen.

Aktienstratege David Bianco von der Deutschen Bank glaubt, dass die Bewertungen sich verbessern, obwohl 2013 möglicherweise die Zinsen steigen. Für das erste Halbjahr erwartet er ohnehin allenfalls einen mäßigen Anstieg der Renditen, etwas turbulenter könnte es in der zweiten Hälfte zugehen. Aber nach seiner Berechnung könnten die US-Aktien, wenn man mit heutigen Zinsen rechnet, ein KGV um die 20 haben. Tatsächlich liegt es aber aber nur 14. Da gibt es also eine Lücke. Außerdem gelten Zinssteigerungen, so lange sie in Maßen passieren, eher als Zeichen der Normalisierung und sollten daher keine Bedrohung für den Aktienmarkt darstellen. Hoffen wir, dass es so kommt: Manchmal ist die Aktienrally ja auch gerade dann vorbei, wenn die gesamte Wirtschaft gerade wieder gesund wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×