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02.05.2013

19:24 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Die Psychologie der Börse

Für Börsenlaien dürfte der Kursverlauf von Hugo Boss für Irritationen gesorgt haben. Trotz eines Gewinneinbruchs legte die Aktie kräftig zu. Das Beispiel zeigt: Erwartungen bestimmen das Spiel an der Börse.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Sechs Prozent Plus habe ich am Donnerstagnachmittag mit meinen Hugo-Boss-Aktien gemacht. Eine solche Schwankung erschreckt mich fast in meinem konservativen Depot, aber dass Aktien in der Regel volatiler sind als Anleihen, ist mir ja klar. Und solange es rauf geht, ist das ja prima.

Dabei waren die Quartalszahlen, die der Modekonzern am Donnerstag vorgelegt hat, alles andere als berauschend. Der Gewinn fiel um 14 Prozent.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dabei spielten vor allem der lange Winter und die Kosten für den Ausbau des eigenen Ladennetzes eine Rolle. Aber eben der Handel in den eigenen Läden brummt und ist prinzipiell profitabler als der Vertrieb über Kaufhäuser. Schließlich lassen sich hier der Warenumschlag und die Preise besser steuern

Deshalb will Hugo Boss weitere Läden vor allem in Osteuropa, Asien und den USA eröffnen und bestätigte seine Jahresprognose. Das beflügelte die Phantasie der Anleger und lässt auch mich an der Aktie festhalten. Obwohl sie mit 94 Euro ein Allzeithoch erreicht hat, sehe ich noch Potenzial.

Kommentare (4)

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pool

02.05.2013, 20:37 Uhr

Na, wer sagt's denn. Die Martstudie ist erschienen, die mir Recht gibt. Denn dass die meisten Zocker Verluste machen, lässt sich ausrechnen:

Börsensucht Zehntausende zocken wie Hoeneß

02.05.2013 · In Deutschland ist das exzessive Handeln an der Börse weit verbreitet. Unter dem Strich machen die meisten Verluste - nur etwa 1 Prozent der Anleger erzielt eine Marktüberrendite, sagen Studien. (FAZ)

Von den Verlierern hört man ja nichts, das kommt, weil die in den Handelsblättern kein Forum kriegen. Nur im Börsenaccount weinen sie rum und keinen schert's.
Natürlich sollte die Studie ein paar Prozent Gewinner ausgeben, aber auf Dauer verlieren die auch. Und das kommt, weil die alle nicht rechnen können.
Man darf nur spielen, wenn man weiss, dass man gewinnt.

Walden_Two

02.05.2013, 22:10 Uhr

Liebe Redakteure,

mit Verlaub und dem gebührenden Respekt - von Psychologie haben Sie noch weniger Ahnung als von der Geldanlage.

Ich nenne mich ja auch nicht "Journalist" nur weil ich ein paar Zeilen in dieses Forum tippe.

pool

02.05.2013, 22:41 Uhr

Professionelle Black Jack-Spieler zum Beispiel meiden an die Börse. Die haben ein super trainiertes Gedächtnis und eine bis ins kleinste durchgerechnete Strategie. Die halten sie konsequent durch. Wer emotional wird, verliert. Auffällig werden die nur, weil sie am Ende der Runde immer mehr kassiert haben als verloren. Und dann werden sie gesperrt.

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