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01.04.2013

17:36 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Die Zweifel an den Börsen wachsen

Nach einem steilen Anstieg der US-Börsen wachsen die Zweifel, ob der Aufschwung bald schon wieder zu Ende sein wird. Es spricht zwar viel für Aktien, aber die Anleger sind nervös - das zeigt nicht nur der Fall Zypern.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Die Luft wird dünner. So ist das eben auf dem Gipfel. Das gilt für Berge ebenso wie – im übertragenen Sinn – auch für die Börse. An der Wall Street ist ein weiterer Rekord eingestellt worden: Der Dow Jones hat es vorgemacht, der S&P 500 tut es ihm gleich. Das wichtige Marktbarometer S&P-500 ist nach einer zehnprozentigen Kursrally im ersten Quartal auf den höchsten Schlussstand seiner Geschichte geklettert. Der vorherige Allzeithoch datierte von Oktober 2007.

Doch nun wachsen die Zweifel, nicht nur bei mir. Aktienexperten befürchten, der Aufschwung könnte zunächst einmal zu Ende sein. Wie heißt es doch so schön: Hochmut kommt vor dem Fall.

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Natürlich spricht viel für Aktien. Niedrige Zinse, Anlagenotstand, das billige Geld der Notenbanken, vergleichsweise günstige Aktienbewertungen – die Argumente sind bekannt. Doch der Fall Zypern hat gezeigt, wie nervös die Anleger immer noch sind. Die Schuldenkrise ist alles andere als ausgestanden, nicht in Europa und erst recht nicht in den USA. Hoffen wir also, dass es keine bösen Überraschungen gibt.

Oder zumindest gute. Am Freitag steht der US-Arbeitsmarktbericht für März an. Auch wenn dieser sehr positiv ausfällt, könnte dies für Druck auf die Aktien sorgen. Denn eine starke Erholung der Beschäftigungslage könnte die US-Notenbank Fed dazu veranlassen, künftig wieder die Zügel anzuziehen. Damit würde dem Aktienmarkt dann eine wichtige Stütze wegbrechen. Es bleibt also spannend.

Kommentare (2)

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Republikaner

01.04.2013, 18:05 Uhr

Einfach nur spaßeshalber auf die Renditen und Kurse der Zypern-Anleihen schauen: mein Favorit ist ein 3,75% Papier mit Laufzeit bis 3.6.2013 letzter Kurs 93,0 Rendite nach ISMA 58,8% WKN A1AHJL
Da gibts eigentlich nur 2 Vermutungen:
1. die EZB kauft in Absprache mit GS den Dreck auf und mach anschließend eine riesen Reibach (höchste Wahrscheinlichkeit!)oder
2. Zypern ist morgen oder übermorgen Pleite.
Ein weitere Variante ist nicht vorstellbar!
Ach ja "Rechner": wohl wieder beim Ostereier suchen?

Olli_K

01.04.2013, 18:58 Uhr

Wir brauchen, Eier, Männer. Eier brauchen wir in den kommenden Wochen!

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