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10.02.2013

19:00 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Eine Woche im Zeichen der Euro-Krise

Für die deutschen Standardwerte ging es deutlich abwärts. Jessica Schwarzers Gewinne schmolzen dahin. Doch dank einer heißen Wette endete die Woche noch versöhnlich.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Eine Woche im Zeichen der Euro-Krise endet zumindest etwas versöhnlich: Zum Wochenausklang hat mein Depot Boden gutgemacht. Auch der Dax hat sich leicht erholt, auch wenn unterm Strich auf Wochensicht ein Minus von mehr als zwei Prozent steht. Damit hat sich mein spekulatives Musterdepot sogar besser entwickelt als die deutschen Standardwerte. Ein Trost ist das aber nicht.

Bei Aktien mit denen ich bereits ein stolzes zweistelliges Renditeplus erzielt hatte, ist der Gewinn empfindlich zusammengeschnurrt. So geschehen bei Commerzbank und Facebook. Bei Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus kam das Zahlenwerk bei Anlegern nicht gut an. Auch das soziale Netzwerk Facebook konnte Börsianer zuletzt nicht überzeugen.

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wirklich gut entwickelt sich mein Griechenland-Engagement. Was habe ich mir doch an dieser Stelle für Kritik anhören müssen, als ich diese zugegebenermaßen heiße Wette eingegangen bin. Bisher geht sie auf! Mittlerweile ist der börsengehandelte Indexfonds (ETF) auf den FTSE Athex 20 mehr als 15 Prozent im Plus, allein in dieser Woche ging es gut sechs Prozent aufwärts.

Zum Vergrößern bitte klicken.

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Weniger gut läuft es bei meinem zweiten Krisenländer-Engagement. Das Zertifikat auf spanische, italienische und portugiesische Aktien hat in der vergangenen Woche fast vier Prozent verloren – die Euro-Krise ist zurück. Zum Glück bleibt mir ein Plus von fast sieben Prozent und die Hoffnung auf bald wieder steigende Kurse.

Kommentare (5)

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BESSERRAUS

10.02.2013, 20:13 Uhr

Nun auf Atien würde ich zu diesem Zeitpunkt der fortschreitenden Krise auf gar keinen Fall mehr etwas setzten. Einzig einige wenige hochkarätige Versorger bieten hier noch den Hauch von Sicherheit. Bei den deutschen Standartwerten sind höchstens noch ein paar festverzinsliche Anleihen von Interesse. Staatsanleihen der westlichen Industriestaaten sollte man gänzlich meiden. Wer noch kein Gold o. Silber hat sollte sich beeilen sofern freies Geld verfügbar ist. Gleiches gilt natürlich für alle Arten von Sachwerten. Besser Aussteigen aus diesem Ponzi-Geschacher lautet nun die Devise für den Kleinanleger.

Eddie

10.02.2013, 22:21 Uhr

Schlaumeier - ohne Wissen... Aktien sind Sachwerte!!! Gold oder Silber sind (nur) das wert, was der Markt dafuer bezahlt - z.B. nach dem 2. Weltkrieg ein paar Kartoffeln fuer 1 Goldstueck... Rendite auf Gold bei Seitwaertbewegung: 0%, seit ca. 1 Jahr...

Goldfreund

10.02.2013, 23:15 Uhr

@Eddie
Ausser Gold und Silber eignet sich fast nichts als Wertspeicher, denn nur Gold und Silber erfüllen die MINDESTeigenschaften von Geld:
fungibel, liquide, chemisch dauerhaft beständig (im Gegensatz zu Nahrungsmitteln u. Papiergeld),
ohne Verlust teilbar für Wechselgeld (im Gegensatz zu Edelsteinen),
selten und nicht beliebig vermehrbar (im Gegensatz zu Papiergeld = Scheingeld),
leicht transportierbar (im Gegensatz zu Immobilien)
und sogar auch noch steuerfrei erwerbbar (aber nur Gold).

(Anonymes) Gold ist Freiheit von:
Einkommensteuer
Erbschaftssteuern
Vermögenssteuern
Zwangsanleihen
Rentenkassen
Solidaritätszuschlägen
Ex-Ehepartnern
Arbeitsagenturen
Konkursverwaltern
Gerichtsvollziehern

Gold ist unabhängig von der Zahlungsfähigkeit irgendeiner Institution oder irgendeines Staates,
schützt damit vor der entfesselten Luftgeldpumpe, wird weltweit akzeptiert; und und und....

Gibt es denn auch nur einen Staat, der einen Tilgungsplan für die aufgetürmten Schulden hat?

"Wenn der Staat Pleite geht, ist natürlich nicht der Staat Pleite, sondern seine Bürger" (Carl Fürstenberg, deutscher Bankier, 1850-1933)
( deswegen werden sie m.E. ja auch Staatsbürger genannt!)
"Man muß wählen, ob man der Stabilität des Goldes oder der Ehrenhaftigkeit und Intelligenz der Regierungen vertraut.
Bei allem Respekt vor diesen Herren - ich empfehle Gold"
(George Bernard Shaw, 1856 - 1950)

„Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null!“ (Voltaire, französischer Philosoph)

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