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19.03.2013

20:00 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Eine ziemlich gewagte Wette

Unter der Zypern-Krise und den diskutierten Zwangsabgaben für Sparer leiden besonders Bankenwerte. Jessica Schwarzer stockt dennoch ihren Commerzbank-Bestand auf – auch wenn sie damit entgegen aller Empfehlungen handelt.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

Commerzbank-Aktionäre sind Kummer gewöhnt. Wer schon seit Jahren investiert ist, dem dürfte es beim Blick auf den Depotauszug die Laune gehörig verderben. Aber auch wer wie ich vor ein paar Wochen oder gar Monaten eingestiegen ist, hat wenig Grund zur Freude. Im Gegenteil.

Zuletzt kamen wenig positive Nachrichten aus Frankfurt. Nachdem Deutschlands zweitgrößte Bank vergangene Woche mit einer Kapitalerhöhung schockiert hatte, veröffentlichte sie am Dienstag ihren Geschäftsbericht. Das Institut zeichnet ein düsteres Bild für 2013. In allen Sparten rechnet die zweitgrößte deutsche Bank mit einem Gewinnrückgang.

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ich setze trotzdem auf eine Kurserholung. Zugegeben, eine ziemlich heiße Wette, aber in einem spekulativen Depot kann ich diese Wette eingehen. Ich habe 3000 Aktien zum Kurs von 1,22 Euro gekauft. Damit erhöht sich mein Bestand auf 5000 Stück. Den Einstiegskurs habe ich auf knapp 1,28 Euro verbilligt.

Damit handele ich allerdings entgegen aller Analystenempfehlungen. Die vom Brancheninformationsdienst Bloomberg befragten Experten waren zuletzt wenig begeistert von der Commerzbank-Aktie. Insgesamt raten 19 Analysten zum Verkauf der Aktie, 13 zum Halten und nur drei zum Kauf.

Nomura urteilte beispielsweise am Montag „Reduce“ mit einem Kursziel von nur 1,00 Euro. Die Analysten von Exane BNP Paribas sind überzeugt, dass die Aktie sich schwächer als die Konkurrenz entwickeln wird. Das Kursziel liegt aber immerhin bei 1,30 Euro und damit über dem aktuellen Kurs. Bei Goldman Sachs traut man der Aktie sogar einen Kurs von 1,55 Euro, trotzdem lautet das Urteil nur „Halten“. Mit ihrem Kursziel sind die Goldjungs allerdings sehr viel optimistischer als andere. Hoffentlich behalten sie Recht. Meinem Depot würde das gut tun.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

19.03.2013, 20:23 Uhr

Ich habe mir mal gerade das Depot von Frau Schwarzer angesehen.
Liebe Frau Schwarzer, 0.8% Plus ist für ein spekulatives Depot ziemlich wenig.
Ich selbst habe aktuell 3 Titel (Chevron, Coca Cola, British American Tobacco) in meinem konservativem Depot und die haben nur am heutigen Tag 0,5% Plus gemacht.
Insgesamt bin ich über die letzten 2 Monate bei ca 4% Plus.

Diesen Monat hatte ich schon 2 meiner ehemals 5 Aktien glatt gestellt: Nestle, Reckitt Benckiser mit jeweils ca. 10% Plus.

Warum spekulieren, wenn man auch investieren kann?

Account gelöscht!

20.03.2013, 10:13 Uhr

Frau Schwarzers Entscheidungen sind in der Tat kaum nachvollziehbar! Haben Sie überhaupt irgendeine Strategie? Es scheint vielmehr, dass sie einfach auf irgendelche spekulativen Werte setzen und dann einfach mal hoffen, dass diese kräftig steigen! Erinnert stark an den Affen der die Aktienauswahl per Dartpfeil trifft. Solange die Kapitalerhöhung bei der Coba nicht durch ist sollte man wohl tunlichst die Finger davon lassen (und sonst eigentlich auch). Ihr Depoterfolg ist ohnehin spärlich, wenn man dann noch bedenkt wie gut die Märkte in den letzten 3-4 Monaten gelaufen sind, wird die dürftige Performance Ihres "spekulativen Depots" mehr als deutlich. Ein simpler ETF auf den Dax wäre die bessere Wahl für Sie, bzw. reicht sogar ein Tagesgeldkonto!

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