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22.08.2013

20:37 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Fed-Protokolle stiften Verwirrung

Wann verschärft die US-Notenbank ihre Geldpolitik? Die Fed-Protokolle sollten eine Antwort geben. Ein klares Signal blieb aber aus. Was bedeutet das für die Märkte? Unsere Redakteure sind sich uneins.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Wer wie ich auf die Fortsetzung der Politik des billigen Geldes in den USA gesetzt hat, kann durchatmen: Auch aus dem mit Spannung erwarteten Protokoll der Zinssitzung von Ende Juli geht kein Zeitplan hervor, ab wann die Notenpressen langsamer rotieren sollen. Damit bleibt vorerst alles beim Alten. Das Risiko starker Rückschläge an den Börsen scheint vorerst gebannt.

Dennoch wächst die Skepsis – auch bei mir. Turbulenzen erwarten mittlerweile nicht nur illustre Investoren wie Dauerpessimist Marc Faber oder Großspekulant George Soros, der angeblich mit über einer Milliarde Dollar auf fallende Kurse wettet. Auch andere Experten mahnen zur Vorsicht. So sichern Strategen der DZ-Bank jetzt Gewinne und reduzieren die Aktienquote in ihrem Modellportfolio.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Langfristig erwarte ich zwar im Trend eher steigende Aktienmärkte. Kurzfristig dürften den Börsen der etablierten Volkswirtschaften allerdings schon bald wieder die Kräfte ausgehen. Zu viel Positives wurde in den aktuellen Notierungen bereits vorweggenommen – ohne dass sich die fundamentalen Daten der Unternehmen hinreichend stark verbessert hätten.

Sollte der Dax in den nächsten Tagen deutlich über die Marke von 8500 Punkten steigen, werde ich den ein oder anderen Buchgewinn realisieren – und meine Position an Reverse-Bonus-Zertifikaten weiter aufstocken. Diese Papiere sind immun gegen Baissephasen und stabilisieren mein Depot, wenn es an den Märkten ungemütlich zugeht.

Kommentare (3)

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22.08.2013, 22:15 Uhr

Zwischen 7400 und 8550 ist alles möglich.Mal 10% hoch,dann wieder 10% runter.Die Frage,für uns,die wir schon investiert sind,wird sein,lassen sich auf Dauer,strategisch und langfristig,neue Käuferschichten für den Markt gewinnen.Nur wenn das gelingt,ähnlich wie zu Anfang der Achtziger,wird sich ein neuer Boom manifestieren.Denn der DAX als Performanceindex notiert zwar nahe des ATH´s,aber der Kursindex,der am ehesten die Marktkapitalisierung eines Index ausdrückt eben nicht,er steht so hoch wie im Sommer 1998.Die niedrigen Zinsen wirken zwar stützend,aber doch nur bei denen,die eh schon investiert sind.Damals brachte der Neue Markt neue Käuferschichten an die Börse.Aber ob das nochmal gelingt,bleibt abzuwarten.

Account gelöscht!

22.08.2013, 22:31 Uhr



Wenn ich mir die 3 Böserngurus so anschau, Verwirrung ?
Bei der Fed, lest mal in Ruhe US Hauslektüre, bevor ihr immer die Döners reinmampft.

BEOBACHTER

22.08.2013, 22:49 Uhr

Was mich ärgert, ist, dass die Politik der Notenbanken sich hauptsächlich für die Anleger der Börsen einsetzt. Immer wieder ist zu hören:°Wenn die lockere Geldpolitik aufhört.......als ob die Börsen heilige Kühe wären. Als scheint als ob Bernanke sich geniert, die lockere Geldpolitik langsam rückgängig zu machen, weil die "armen Börsianer" dann Verluste hinnehmen werden. Die ultalockere Geldpolitik muss zu einem Ende kommen. Sie war schon viel zu lang und wird mittelfristig sicher unangenehme Konsequenzen herbeiführen.

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