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08.10.2013

20:32 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Finger weg von Gold

Rund ein Drittel seines Wertes hat Gold eingebüßt. Doch auch wenn der aktuelle Preis reizvoll erscheint – einer unserer Autoren spielt mit dem Gedanken, auf einen weiteren Wertverfall des Edelmetalls zu wetten.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

An den Aktienmärkten halten sich die Investoren immer noch zurück – keiner will sich zu weit aus dem Fenster lehnen, so lange der Haushaltsstreit in den USA nicht gelöst ist. Wie gut, dass die amerikanische Notenbank da allen Investoren mit hohen Bargeldbeständen das Leben leichter macht: Denn seit neustem ist – mit mehr als zweieinhalb Jahren Verzögerung – eine neue 100-Dollar-Banknote im Umlauf.

Im Vergleich zu den bisherigen Scheinen sieht sie ungewöhnlich bunt aus und soll schwerer zu fälschen sein. Durch die Mitte der Banknote zieht sich so vertikal ein blauer Sicherheitsstreifen, und auf der Rückseite die Zahl 100 prangt in einem Orangeton, heißt es. Die „Benjamins“, wie die Banknoten umgangssprachlich genannt werden, wurden erstmals seit 1969 überarbeitet.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Da kann man wohl leichteren Herzens Bargeld unter dem Kopfkissen bunkern, angesichts der unsicheren Märkte vielleicht keine schlechte Idee. Aber Scherz beiseite: Früher oder später geht es an der Börse sicher wieder aufwärts. Bis dahin muss ich wohl oder übel die Zähne zusammen beißen.

Kommentare (9)

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general

08.10.2013, 21:12 Uhr

Mit dem neuen blauen Sicherheitsstreifen, noch dazu vertikal, kann ja beim Dollar nichts mehr schief gehen. Ich schließe mich also der ersten Strategie an.

Account gelöscht!

09.10.2013, 00:23 Uhr

Und warum hortet Goldman Sachs soviel Gold?

TheoWaigel

09.10.2013, 07:37 Uhr

Auszug aus "Gold und wirtschaftiche Freiheit":

"Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu
schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. Wenn es das gäbe,
müßte die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es ja im Falle von Gold auch
gemacht wurde (Goldbesitz war in Amerika bis 1976 für Privatleute verboten, Anm. d.Ü.). Wenn
z.B. jedermann sich entscheiden würde, all seine Bankguthaben in Silber, Kupfer oder ein anderes
Gut zu tauschen und sich danach weigern würde, Schecks als Zahlung für Güter zu
akzeptieren, würden Bankguthaben ihre Kaufkraft verlieren und Regierungsschulden würden
kein Anspruch auf Güter mehr darstellen. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es
erforderlich, daß es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist
das schäbige Geheimnis, daß hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des
Wohlfahrtsstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die "versteckte"
Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt
Eigentumsrechte. Wenn man das einmal verstanden hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen,
warum die Befürworter des Wohlfahrtsstaates gegen den Goldstandard sind."

A. Greenspan, 1966

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