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15.01.2013

19:05 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Gewinnen mit Verlierern

Der Kursrutsch der SAP-Aktie sorgt für Verluste im konservativen Depot. Redakteur Frank Wiebe sieht in der Schwächephase der Aktie indes eine Chance und setzt auf diesen und einen weiteren Börsenverlierer.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Jens Dietrich

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent.

Ich habe die Kursschwäche genutzt, um zwei deutsche Titel in kleinerem Umfang zu kaufen: RWE und SAP. Der Energiekonzern verlor am Dienstag deutlich an Wert, weil eine Bank ihn zurückgestellt hatte. Aber die Aktie ist inzwischen so lächerlich billig, dass damit alle Probleme des Energiesektors und die hohe Verschuldung gut abgebildet sein sollten. Selbst wenn der Kurs noch weiter sinkt, dürfte eine gute Dividendenrendite entschädigen.

SAP ist sozusagen die spiegelbildliche Geschichte. Die Aktie ist nicht billig, aber der Konzern zeigt auch seit Jahren eine Erfolgsgeschichte. Am Dienstag fiel das Papier, weil SAP etwas weniger Wachstum als erwartet gemeldet hat. Das sehe ich aber nicht als Problem an, sondern als Chance zum Kauf.

Frank Wiebe

Der Redakteur

Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.

Die Strategie

Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In den USA sind die Aktien am Dienstag wieder etwas schwächer gestartet. Es gab zwar ganz erfreuliche Zahlen aus dem Einzelhandel, aber die Industrieproduktion im Raum New York fiel recht enttäuschend aus. Die Tatsache, dass Notenbankchef Ben Bernanke betont hat, die Wirtschaft laufe noch nicht so, wie er das gerne hätte, bewegte die Märkte kaum. Dabei macht sie deutlich, dass die Fed sich so schnell nicht vom Geld drucken verabschieden will, was ja auch dem Aktienmarkt zu Gute kommt - was immer man sonst davon hält.

Zum Vergrößern bitte anklicken.

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Die scharfe Ansage von US-Präsident Barack Obama an die Opposition hat die Stimmung nicht gerade verbessert. Sie macht deutlich, dass wir im Februar eine ähnlich ätzende Diskussion über Finanzpolitik bekommen, wie wir sie schon im Dezember hatten.

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