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08.11.2012

20:26 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Heiße Wette auf Griechen-Erholung

Der Mut für ein Investment in Griechenland wurde an diesem Handelstag noch nicht honoriert. Diesmal waren die US-Werte klar im Vorteil. Drei Handelsblatt-Redakteure geben ihre individuelle Einschätzung zu den Märkten ab.

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent. Pablo Castagnola

Tschö: Jessica Schwarzer, Ressortleiterin des Finanzteams bei Handelsblatt Online in Düsseldorf schaffte mit dem spekulativen Depot eine Rendite von 2,1 Prozent.

An der Athener Börse kam die Nachricht nicht gut an. In der Nacht hat das griechische Parlament mit einer hauchdünnen Mehrheit ein milliardenschweres Spar- und Reformpaket verabschiedet. Damit ist Athen neuen Hilfen der internationalen Geldgeber einen entscheidenden Schritt näher gekommen.

Eigentlich ein gutes Zeichen, denn bei einem "Nein" wäre Hellas praktisch pleite gewesen, trotzdem rutschen die Kurse an der Börse erst einmal ab. Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen und die Aufweichung des Kündigungsschutzes verschrecken Anleger. Mich nicht!

Jessica Schwarzer

Die Redakteurin

Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.

Die Strategie

Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Natürlich sind Einsparungen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro ein ganz schöner Batzen, natürlich belastet das die Wirtschaft. Aber wo ist die Alternative? Es gibt keine. Athen braucht Geld und ohne Sparmaßnahmen wird es nicht fließen. Es geht immerhin um 31,5 Milliarden Euro, die die Retter demnächst überweisen sollen.

Spekulatives Depot: Für die Großansicht klicken Sie bitte auf das Bild.

Spekulatives Depot: Für die Großansicht klicken Sie bitte auf das Bild.

Auch wenn es heute an der Hellas-Börse abwärts geht, bin ich optimistisch. Ich setze auf eine weitere Erholung griechischer Aktien, die in diesem Jahr ja schon kräftig zugelegt haben, und kaufe einen börsengehandelten Indexfonds. Der Lyxor Athex 20 spiegelt die Wertentwicklung der Aktien von 20 Unternehmen aus Griechenland wider. Immerhin ein Drittel des Index machen übrigens Bankwerte aus - nicht unbedingt Garanten für Stabilität. Aber dieses Risiko gehe ich ein, allerdings nur mit einem überschaubaren Einsatz von gut 4.400 Euro. Mal sehen, ob meine Wette aufgeht.

Kommentare (20)

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Account gelöscht!

08.11.2012, 21:00 Uhr

Das Rezept von merkbefreiten PISA-Schreibpraktikanten einen Artikel zu plazieren. Eine möglichst abstruse, aberwitzige Anlageempfehlung abgeben, dann klappts auch mit dem HB. Erinnet mich irgendwie an die GR-Staatsanleihenkaufempfehlung von vor 2 Jahren

SorryImGreek2

08.11.2012, 21:45 Uhr

Geb dir völlig Recht. Das Management von Coca-Cola Hellenic Bottling Company S.A ist bezüglich der Zukunft in Griechenland jedenfalls nicht so optimistisch. Bis abzusehen ist, dass Russland in Griechenland zum Zuge kommt, würde ich äußerst skeptisch bleiben.

Account gelöscht!

08.11.2012, 21:55 Uhr

"Als Ergänzung vielleicht auch mal eine unterbewertete Anleihe aus dem Süden Europas - ich stimme meiner Kollegin Jessica zu, dass diese Region durchaus interessant ist."
Und täglich grüßt das HB Murmeltier. Schon wieder werden Griechen Anleihen angepriesen, von wem? Natürlich wieder von HB.

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