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28.05.2013

21:03 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

Interview mit Folgen

Ein Interview sorgt für Verluste im konservativen Depot von Kerstin Leitel, Frank Wiebe sieht Zeichen einer Erholung der US-Konjunktur und Jessica Schwarzer rechnet mit einem Comeback ihrer Eon-Aktien.

Kerstin Leitel Bert Bostelmann für Handelsblatt

Kerstin Leitel

Ein am Dienstag veröffentlichtes Interview meiner Kollegen hat bei einem Titel in meinem Depot zu roten Zahlen geführt. Denn der Chef von Telefónica-Deutschland, René Schuster, schloss im Gespräch mit dem Handelsblatt eine Fusion mit dem deutschen Wettbewerber E-Plus in naher Zukunft aus. Ein solcher Schritt sei „sehr komplex“, sagte er. „Viele verstehen nicht, dass sie erst einmal viel Geld investieren müssten, bevor sie etwas sparen. Wir müssen nicht unbedingt zusammengehen. Wir gewinnen auch so immer mehr Marktanteile.“

Im vergangenen Sommer war der letzte Anlauf für eine Fusion des dritt-und viertgrößten deutschen Mobilfunkkonzerns gescheitert. Durch einen Zusammenschluss wäre auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ein neues Schwergewicht entstanden, auf Augenhöhe mit den beiden Marktführern Deutsche Telekom und Vodafone.

Kerstin Leitel

Die Redakteurin

Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.

Die Strategie

Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Spekulationen auf einen derartigen Zusammenschluss hatten in der Vergangenheit den Aktienkurs von Telefónica Deutschland beflügelt - nun ging es entsprechend abwärts, um fast drei Prozent. Seit dem Einstieg Anfang März habe ich damit aber immer noch über vier Prozent Plus erzielt. Und ich hoffe auf weitere Kursgewinne. Nicht zuletzt deshalb, weil zum Monatswechsel Telefónica Deutschland in den Aktienindex MSCI World Index aufgenommen wird.

Schafft ein Unternehmen den Sprung in einen wichtigen Auswahlindex, führt das meist zu steigenden Kursen bei der Aktie. Denn Fonds, die den Index abbilden, müssen schließlich den Neuzugang kaufen – und die Absteiger verkaufen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

28.05.2013, 22:19 Uhr

Fr. Schwarzer, die FB und CoBa-Aktien werden sich parallel bestimmt auch gut erholen, also alles klar.

Das die E.On im Depot bleiben, kann ich sogar verstehen, wegen der Dividende.

Dreikaesehoch

28.05.2013, 22:44 Uhr

Was soll'n das sein? Ein spekulatives Depot? Das ist ein uninspirierter Sauhaufen. Wo ist denn bei den Bündelprodukten das spekulative Moment? Lediglich FB und Coba sind neunmalkluge Allerweltsspekulationen, die ja dann auch gründlich nach hinten losgehen. Jetzt misten sie den Stall mal aus und legen uns ein paar überverkaufte und runterjazzte Comebackkandidaten ins Körbchen die die Wangen zum Glühen bringen! Wenn sie dann mittelfristig an dreistellige Renditen kommen, DANN haben sie ein spekulatives Depot!
PS. Ich kann verstehen, daß Sie das nicht hinbekommen wenn Sie neben ihrem regulären Job noch Zeit für Familie und zum Leben haben wollen. Spekulieren ist ein Vollzeitjob.

Account gelöscht!

29.05.2013, 04:44 Uhr

Auf die Top-Unternehmen zu setzen ist im Augenblick gerade das falscheste, was man tun kann, denn die sind schon sehr hoch bewertet und können umso tiefer fallen, wenn's zu einem Einbruch kommt. Nein, gerade das Gegenteil ist derzeit erfolgversprechender, nämlich Aktien auszuwählen, die dabei sind, aus einer miserablen Lage wieder herauszukommen. Das sind meist Kandidaten, deren Erholung von vorwiegend ihnen selbst und nicht von der allgemeinen Lage abhängt.

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