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08.07.2013

17:47 Uhr

Drei Strategien, drei Depots

„Jetzt kommt der Turbo“

Obwohl manche Aktien Verluste bringen, scheut Kerstin Leitel sich davor sich von ihnen zu treffen. Jürgen Röder denkt derweil über ein neues Hebelpapier nach und bei Georgios Kokologiannis zündet bald der Turbo.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Bis an die entscheidende Marke für meine Sprintzertifikate (WKN: VTA69N) ist der Euro Stoxx 50 zum Wochenstart geklettert: Oberhalb von 2662 Punkten schalten die Anlagepapiere den Turbo ein. Indexgewinne darüber werden in meinem Depot um den Faktor zwei gehebelt. So, als ob ich auf einen Schlag plötzlich doppelt so viele Anteile am europäischen Leitindex besäße.

Der Clou: Fällt das Aktienbarometer wieder unter die Sprint-Schwelle zurück, dann verschwinden meine „imaginären“ Extra-Anteile automatisch wieder aus dem Portfolio — an Verlusten werde ich also nicht überproportional beteiligt. Der Preis für das Hoch- und Runterfahren meines Aktien-Engagements: Von steigenden Kursen profitiere ich maximal bis zur 2918 Zähler-Marke, die Erträge sind gedeckelt.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Diese Zertifikate dienen dazu, meine eher auf Verlustvermeidung ausgerichtete Zusammensetzung des Portfolios abzurunden. Hintergrund: Mein oberstes Anlageziel ist es, auf lange Sicht eine Gesamtrendite von im Schnitt sechs bis acht Prozent zu erreichen – und zwar möglichst nervenschonend.

Da ich zunächst eher von einer weiterhin sehr schwankungsstarken Seitwärtsbewegung an den Börsen ausgehe, habe ich einen Großteil der Einzelaktien sowie Anleihen verkauft und gegen defensivere Anlagepapiere eingetauscht: Spezielle Discount- und Bonuszertifikate. Diese werfen selbst dann zwischen sechs und zwölf Prozent Rendite ab, wenn Dax und Co. mal längere Zeit nicht richtig vom Fleck kommen oder sogar etwas fallen.

Mit dieser Ausrichtung meines Portfolios konnte ich zuletzt zwar den Benchmark-Index der Musterdepots „Stoxx 50“ deutlich abhängen.  Doch im Gegenzug sind die erzielbaren Gewinne eng begrenzt. Mit den Sprintzertifikaten verhindere ich, dass mein Depot allzu schnell abgehängt wird, falls es doch unerwartet kräftig nach oben geht am Aktienmarkt: Die gehebelten Gewinne der Sprinter kompensieren in solch einem Szenario einen Teil der entgangenen Erträge bei den defensiven Discountern und Bonuspapieren.

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